Enttäuschend

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cellissima Avatar

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Es war ein Buch, das toll aussah, sich so gut anhörte und einfach perfekt für den Herbst und insbesondere den Oktober schien:
Es geht um zwei Schwestern, eine Hexenfamilie, ein Haus, einen Fluch. Dieser Fluch führt dazu, dass alle dreizehn Jahre ein geliebter Mensch stirbt. Als sich dieses Datum erneut nähert, erwacht das Haus zum Leben; die Schwestern müssen sich ihrer Vergangenheit stellen und das Rätsel um den Fluch lösen, um ihn endlich zu brechen.

Leider erwies sich "Die Hexen vom Honeysuckle House" für mich dennoch insgesamt als Enttäuschung.

Liz Parker schreibt nicht schlecht - nicht herausragend, aber doch solide. Die Geschichte ließ sich auch von Anfang bis Ende angenehm und flüssig lesen.
Die Geschichte bot mehr als gedacht (Stichwort Violet und Tillie), was mir aber sehr gut gefiel.
Doch das ist einfach nicht genug, und die Liste der Kritikpunkte ist leider lang:
-Aus Figuren, Handlung und Atmosphäre wurde zu wenig gemacht. Ich hätte mir viel mehr Atmosphäre von dieser Geschichte gewünscht und auch erwartet. Die Figuren blieben viel zu blass und distanziert.
-All die Personen und Perspektiven und Zeiten fand ich sehr anstrengend und verwirrend. Ich musste jedes Mal erneut überlegen, aus wessen Sicht die Geschichte jetzt gerade geschildert wird, wie diese Person und Zeit im Gesamtkontext zu sehen ist ... das hat meinen Lesefluss immer wieder gestört und unterbrochen.
-Die Geschichte wurde immer konstruierter und unglaubwürdiger, einfach nicht überzeugend. Gerade auf den letzten 100-200 Seiten fand ich das extrem. Dieser ganze Aufbau rund um diesen Fluch ... nicht überzeugend.
-Die Autorin liebt Tarot. Und es mag zu einer solchen Geschichte passen - aber ich hätte gut darauf verzichten können; mir hätte mehr Kreativität der Autorin, eine spannende neue Idee ... viel besser gefallen. Auch die ganzen Pflanzen und Edelsteine waren nett, aber einfach nichts Neues.
-Familienprobleme, Schmerz, Trauma, Heilung ... spielen für die Autorin eine riesige Rolle. Erstens brauche ich sowas generell nicht und möchte so viel Negativität und Probleme einfach nicht lesen, zweitens hat es hier auch nicht funktioniert, weil es die Geschichte total überfrachtet hat. Ein roter Faden war noch weniger erkennbar, es wurde alles noch unübersichtlicher.
-Noch dazu plätschert diese Geschichte eher nur so vor sich hin.

Das hätte wie gesagt ein tolles Buch für den Herbst werden können, eine schöne Mischung aus cosy und düster. Es hätte einem ein paar gemütliche und schöne Lesestunden schenken können. Aber: kaum Atmosphäre, zu wenig cosy, nicht mal wirklich düster und spannend, stattdessen nur Familienprobleme, Drama, Schmerz, Trauma, Heilung und all die Kritikpunkte.
Die Idee war gut, aber das Potenzial wurde leicht nicht ausgeschöpft - ganz im Gegenteil.