Vorhersehbar, aber spannend

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kanielvörb8690# Avatar

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Buchrezension: Die Jagd nach den magischen Münzen von Jessie Burton

Die Jagd nach den magischen Münzen aus dem Carlsen-Verlag ist zwar in vielen Passagen vorhersehbar, doch gerade diese Berechenbarkeit erzeugt eine eigentümliche Spannung: Man möchte unbedingt wissen, ob sich die eigene Vermutung bestätigt – und legt das Buch deshalb nur ungern aus der Hand.

Besonders überzeugt haben mich die atmosphärisch dichten Beschreibungen der Münzen sowie die poetische Personifizierung des Flusses, die der Geschichte eine fast märchenhafte Tiefe verleihen. Auch die thematische Vielschichtigkeit ist bemerkenswert: Freundschaft, der Umgang mit Trauer, ein historisch geprägter Hintergrund sowie Elemente von Magie und Mystik greifen harmonisch ineinander und geben der Handlung emotionale wie symbolische Kraft.

Das Cover spricht mich dagegen nur teilweise an. Positiv hervorzuheben sind der stimmungsvolle Hintergrund und der glitzernde Fluss, die die magische Atmosphäre gut einfangen. Die Darstellung der beiden Protagonisten Bo und Billy empfinde ich jedoch als wenig gelungen. Umso mehr überzeugt der Farbschnitt, der visuell an den dramatischen Höhepunkt des Romans erinnert und dem Buch eine besondere Wertigkeit verleiht.

Der Roman ist in 32 Kapitel gegliedert, die auf vier Oberkapitel verteilt sind:
„Das Flussmädchen“, „Die Zeit beginnt zu fließen“, „Eine Sonne aus Gold und grün“ und „Ein Leben so strahlend hell und kurz“. Ergänzt wird die Geschichte durch einen Epilog sowie den Abdruck der Ballade „Das Lied der Themse“, der das Werk stimmungsvoll abrundet.

Insgesamt ist Die Jagd nach den magischen Münzen ein poetisch erzählter Roman, der trotz seiner Vorhersehbarkeit durch Atmosphäre, Symbolik und emotionale Tiefe besticht – ein Buch, das lange nachhallt.