Wenn der Wortschatz des Autors zum Highlight wird

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"Die Königin von Lankwitz" ist im Wesentlichen eine prosaische Parodie. Der Schreibstil ist dem natürlich angepasst, insgesamt sehr (!) umgangssprachlich.

Inhalt:

Im Mittelpunkt des Romans stehen Bea und Irene, beide knapp über 50 und gerade frisch aus dem Gefängnis. Und ihnen kommt eine ungewöhnliche Geschäftsidee:
Sie wollen Frauen mit ihren Problemen mit Männern helfen und diese gezielt bestrafen, vor allem mittels "PKW-Unfällen". Dramatisch wird es, als plötzlich eine Konkurrenzfirma auftaucht, die sehr rabiat vorgeht.

Dieser Roman ist in Handlung und Schreibstil sehr schlicht und anspruchslos. Der Witz liegt in der gezielten Übertreibung, was nicht sonderlich überraschend ist. "Die Königin von Lankwitz" kann aber durchaus unterhaltsam sein, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.
Die Charaktere sind an und für sich alle gut herausgearbeitet und überzeugend.

Schade finde ich, dass sich hin und wieder hässliche aufgebrachte Kommentare (über das aktuelle, politische Geschehen) in die Geschichte eingeschlichen haben, sehr subtil, beispielhaft seien nur das 29. und 33. Kapitel erwähnt.

Am bemerkenswertesten war es, zu sehen, wie groß der Wortschatz von Max Urlacher ist. Das ist etwas, von dem man noch lernen kann; für mich ein Highlight dieses Romans.