Entscheidungsdschungel für Fortgeschrittene

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felicia_ff Avatar

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Bei diesem Buch war ich sehr schnell bei den eigenen kleinen „Was wäre, wenn?“-Gedanken. Nicht unbedingt bei riesigen Lebensentscheidungen, eher den kleineren dingen, wie Menschen, bei denen man sich nicht mehr gemeldet hat, oder bei Sachen, die man nie ausprobiert hat. Nora schleppt davon allerdings so viel mit sich herum, dass mir der Anfang ziemlich naheging.
Die Bibliothek mochte ich sofort. Ein Regal voller Leben, in denen man irgendwo anders abgebogen ist: Das ist eine Vorstellung, mit der ich mich lange beschäftigen könnte. Beim Lesen war ich neugierig auf jede neue Möglichkeit. Ich wollte, dass Nora etwas findet, in dem sie sich wohlfühlt, und habe doch gemerkt, wie schnell ich selbst schon wieder das nächste vermeintlich bessere Leben ausgesucht hätte.
Am meisten berührt haben mich die Momente, in denen es um andere ging. Darum, wie wenig man manchmal darüber weiß, was man jemandem bedeutet. Diese Stellen waren für mich viel stärker als die Vorstellung, besonders erfolgreich oder besonders außergewöhnlich zu sein.
Ein paar Gedanken werden allerdings recht häufig wiederholt. Und manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir das Buch noch einmal erklärt, was ich gerade schon verstanden und gefühlt hatte. Da hätte ich lieber ein bisschen länger mit Nora und ihren widersprüchlichen Gefühlen verbracht.
Trotzdem habe ich es gern gelesen. Als ich fertig war, habe ich zwar nicht alle Entscheidungen meines Lebens gefeiert, aber ich war etwas freundlicher mit mir. Das ist doch auch was :-)