Beruhigend

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xlifkb Avatar

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„Die Mitternachtsreise“ hat mich auf eine ruhige, aber irgendwie sehr intensive Weise berührt. Schon die Idee mit dem Zug, der einen noch einmal durch das eigene Leben fahren lässt, fand ich sofort spannend – und auch ein bisschen unheimlich. Man fragt sich automatisch: Was würde ich sehen? Was würde ich bereuen? Wilbur wirkte auf mich wie jemand, der vieles erreicht hat, aber dabei etwas ganz Wichtiges verloren hat. Diese Einsamkeit zieht sich durch das ganze Buch und hat mich stellenweise echt traurig gemacht. Gleichzeitig gab es aber auch warme, schöne Momente – vor allem die Erinnerungen an Maggie. Die haben sich sehr echt angefühlt, nicht kitschig, sondern eher still und ehrlich.
Was mir besonders gefallen hat: Das Buch drückt einem keine große Moral auf, sondern lässt einen selbst nachdenken. Während ich gelesen habe, musste ich öfter innehalten und überlegen, welche Entscheidungen in meinem eigenen Leben wirklich zählen. Der Schreibstil ist angenehm leicht, sodass man schnell in die Geschichte reinkommt. Trotzdem steckt viel Tiefe drin, die erst nach und nach wirkt. Es ist kein lautes, dramatisches Buch, sondern eher eines, das leise nachhallt. Für mich ist „Die Mitternachtsreise“ eine Geschichte darüber, wie wichtig Zeit, Liebe und kleine Entscheidungen sind – und dass man manchmal erst ganz am Ende versteht, worauf es wirklich ankommt.