Spannend und aufregend

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casper510 Avatar

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Das Cover von „Die Mitternachtsreise“ ist ein wahrer Blickfang und setzt sofort die melancholisch-magische Stimmung des Romans. Die Kombination aus tiefem Nachtblau und den warmen, fast leuchtenden Goldakzenten wirkt wie ein Versprechen auf eine Geschichte, die Licht ins Dunkel bringt. Das Motiv deutet bereits an, dass wir uns auf eine Reise begeben, die jenseits der bekannten Realität stattfindet – eine typische „Haig-Atmosphäre“, die zum Träumen einlädt.
Auf den ersten 32 Seiten entfaltet Matt Haig behutsam die Welt von Wilbur. Der Einstieg ist zutiefst emotional: Man spürt förmlich die Last, die auf Wilbur lastet, und seine Sehnsucht nach dem alten Buchladen in Sheffield. Dieser Ort wird als ein beinahe heiliges Refugium beschrieben, in dem die Zeit anders verstreicht. Besonders die Figur der Agnes Bagdale fasziniert bereits auf diesen wenigen Seiten; sie verkörpert die Weisheit und Ruhe, nach der sich Wilbur sehnt.
Haigs Schreibstil ist gewohnt klar und doch voller poetischer Tiefe. Er schafft es innerhalb kürzester Zeit, existenzielle Fragen aufzuwerfen: Was bleibt von uns, wenn wir alles verlieren? Mein erster Eindruck nach dem ersten Viertel des Buches ist absolut positiv. Man möchte Wilbur sofort auf diesen „Mitternachtszug“ folgen, um herauszufinden, ob er den Frieden findet, den das Cover so friedlich ausstrahlt. Ein vielversprechender Auftakt, der Lust auf mehr macht.