Zugfahrt in der Zwischenwelt

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mrsdarcyreveals Avatar

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Ich muss gestehen, dass ich den Büchern von Matt Haig wenig Beachtung geschenkt habe. Alle, bis auf einem - "Die Mitternachtsbibliothek"! Dieses fantastische Buch hatte ich in unserer Stadtbibliothek entdeckt und mich schockartig verliebt - so viel Lebensweisheit zwischen zwei Buchdeckeln. So viel Potential zur persönlichen Transformation durch Innehalten und Reflexion des Geschriebenen. So z.B. ein Zitat von S. 171: "Sie wusste, dass alles, was Menschen sehen, eine Vereinfachung ist. Der Mensch sieht die Welt in drei Dimensionen. Das ist eine Vereinfachung. Menschen sind Wesen, die grundsätzlich Beschränkungen unterworfen sind, alles verallgemeinern, auf Autopilot leben, in ihrem Bewusstsein gewundene Straßen begradigen, was erklärt, warum sie sich andauernd verfahren. "

Natürlich war ich gleich Feuer und Flamme, als "Die Mitternachtsreise" angekündigt wurde. Und als ich auf vorablesen die Ankündigung der Leseprobe entdeckte, war mir klar, dass ich mich nach langer Rezensions-Abstinenz wieder ins Getümmel stürzen würde.
30 Seiten Leseprobe sind definitiv zu wenig und sie machen Appetit auf mehr...
Wilbur, am Ende seines Lebens angelangt, kurz nach seinem letzten Atemzug am 19. April um 00:01 Uhr, ist doch irritiert, als er sich lebendig fühlt und doch weiß, dass er tot ist. Und als ihn ein Zug, der aus dem Nichts zu kommen scheint, aufsammelt und er auf seine alte Bekannte Agnes trifft, wird es noch verrückter. Beide augenscheinlich tot, und doch so lebendig. Ich bin wirklich gespannt, auf welche Reise uns Haig mitnehmen wird!