Zwischen Leben, Tod und all den verpassten Momenten

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riot24 Avatar

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Das Cover hat direkt etwas Ruhiges, fast Melancholisches, und genau dieses Gefühl zieht sich auch durch die Leseprobe. Der Einstieg mit den Flitterwochen wirkt zunächst leicht und fast nostalgisch, aber gleichzeitig schwingt schon von Anfang an etwas Unheimliches mit. Dieser kleine Moment mit dem Doppelgänger hat mich direkt stutzig gemacht und gezeigt, dass hier mehr dahintersteckt als nur eine einfache Geschichte.

Der Schreibstil hat mich sofort abgeholt. Er ist ruhig, sehr klar und gleichzeitig unglaublich eindringlich. Besonders schön fand ich, wie Erinnerungen und Gegenwart miteinander verwoben werden. Man merkt schnell, dass es hier nicht nur um das, was passiert, geht, sondern auch um das, was hätte sein können. Die Szenen mit Wilbur im Alter haben mich ehrlich gesagt am meisten berührt, weil sie so still und gleichzeitig so schwer wirken. Dieses Wiederhören mit Maggie nach so vielen Jahren fühlt sich gleichzeitig vertraut und fremd an, und genau das macht es so emotional.

Was mich besonders gepackt hat, war der Übergang nach seinem Tod. Diese Idee mit dem Bahnhof und dem Mitternachtszug ist ungewöhnlich, aber irgendwie auch total passend. Es hat etwas Traumhaftes, fast Surreales, aber gleichzeitig wirkt es nicht abgehoben, sondern eher wie eine andere Art, über Leben, Zeit und Entscheidungen nachzudenken.

Ich habe das Gefühl, dass die Geschichte sehr stark von verpassten Chancen, Erinnerungen und zweiten Möglichkeiten handeln wird. Genau das macht mich neugierig, weil es Themen sind, die einen auch persönlich treffen. Ich möchte unbedingt weiterlesen, um herauszufinden, wohin diese Reise führt und ob Wilbur vielleicht noch einmal die Chance bekommt, Dinge anders zu sehen oder sogar zu verändern.