Psychologisch fesselender Thriller

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
readingsbelle Avatar

Von

Schon der Titel hat mich sofort angesprochen. Er klingt so erfrischend unaufgeregt und nahbar – überhaupt nicht abgedroschen oder künstlich auf Schock getrimmt, sondern einfach verdammt realistisch. Das Cover fängt genau diese Stimmung perfekt ein: Die kühle, fast schon greifbare Einsamkeit am Wasser strahlt sofort diese düstere Schwarzwald-Atmosphäre aus, die mir beim Lesen eine Gänsehaut verpasst hat.
Die Leseprobe hat mich dann komplett kalt erwischt. Der Einstieg wirft einen sofort in ein absolutes emotionales Chaos. Was mich psychologisch total fasziniert hat, ist dieser Moment nach der dramatischen Rettungsaktion am See. Smillas plötzliche, aber felsenfeste Gewissheit im Bauch, dass dieser fremde Junge ihr eigener Sohn ist, obwohl sie nie Kinder wollte. Dieses Gefühl bereitet einem einfach nur Gänsehaut. Als sich dann herausstellt, dass sie Tür an Tür mit der Familie wohnt und der charmante, aber irgendwie undurchschaubare Vater sie auch noch zum Essen einlädt, war meine Neugierde geweckt. Man spürt sofort, dass hinter der schicken Bauhaus-Fassade der Nachbarn ein tiefes, gefährliches Geheimnis lauert. Der Schreibstil ist unglaublich bildhaft und baut eine leise, extrem packende Bedrohung auf.