Verliert Smilla den Verstand?
Der Thriller „Die Nachbarin“ beginnt mit dem Fokus auf Fabian, der in einem Raum gefangen gehalten wird. Wir erfahren noch nicht, ob die Szene in der Vergangenheit oder der Gegenwart spielt. Anschließend lernen wir Smilla und ihre Nachbarin Lou kennen. Und sofort sind wird mit der Rettung des Jungen Jonas durch Smilla sofort in der Geschichte drin. Man möchte, dass die Leseprobe nie endet. Die Geschichte wird personal erzählt. Der Leser ist unmittelbar an die Wahrnehmung und das Handeln der drei Figuren (Fabian, Smilla und Lou) gebunden und somit auch an die subjektiven Wahrheiten. Ich bin gespannt, was sich Nora Winter an „Spielchen“ ausgedacht hat. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Sie nutzt kurze, prägnante Sätze oder Satzfragmente. Die Bildsprache ist sehr visuell und atmosphärisch extrem dicht. Besonders bei Smilla Reaktionen spürt man förmlich die psychischen Belastungen. Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob Smilla wirklich eine Retterin ist, die den Verstand verliert oder ob ein dunkles Geheimnis hinter allem steckt? Ich vermute, dass wird kein blutiger, sondern ein psychologisch richtig starker Thriller. Ich freue mich sehr auf das Lesen. Das Cover ist etwas zu schlicht. Die Leseprobe spiegelt sich aber 1:1 wieder. Nur was es mit der Puppe zwischen den Häusern auf sich hat….