Ein Buch für eine Nacht – unbedingt lesen!

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blackcat Avatar

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Was für eine Prämisse, was für ein Einstieg: Schon auf den ersten Seiten entfaltet sich der im Klappentext angedeutete Inhalt und das Unbehagen setzt ein!

Smilla und ihr Mann sind von Frankfurt in den Schwarzwald gezogen, weil sie einen Neustart brauchen. Doch kaum angekommen, erlebt Smilla etwas Verstörendes: Sie rettet den Sohn der Nachbarn, Lou und Quentin, aus dem nahe gelegenen See vor dem Ertrinken – und erkennt ihn als ihr Kind. Wie kann das sein? Sie war nie schwanger. Was ist hier los?

Quentin zeigt sich dankbar, hilfsbereit und freundlich, während Lou sich feindselig verhält …

Der lebendige, eindringliche Schreibstil, die rätselhaften Begebenheiten, die wechselnden Blickwinkel und die kurzen Kapitel sind absolut mitreißend. Die Handlung wird aus der Sicht der vier Hauptfiguren erzählt, aber es gibt noch eine geheimnisvolle Erzählstimme …

Die Geschichte ist mMn komplexer, mysteriöser und düsterer, als der Klappentext vermuten lässt. Perspektivwechsel sowie Einblicke in die Vergangenheit bringen erschütternde Enthüllungen mit sich – und zugleich neue Fragen. Man stößt auf Geheimnisse sowie Lügen, während sich unerklärliche Ereignisse häufen. Wer kann wem jetzt noch trauen? Und wie soll man das entscheiden, wenn man nicht einmal sich selbst traut?

Nach und nach wird klar, dass es hier um mehr als einen entsetzlichen Vorfall aus der Vergangenheit geht. Für mich hatte das Buch etwas von einem modernen Schauerroman: die düsteren Schauplätze, die unheimlichen Vorfälle, die dramatischen inneren Konflikte und das Spiel mit Wahrnehmungen – was ist Wahn, was ist real, was ist Manipulation? All das erinnerte mich ein bisschen an die Bücher/Filme „Rebecca“ und „Gaslight“ (dt. „Das Haus der Lady Alquist“).

„Die Nachbarin“ hat mich restlos begeistert! Die greifbar unheilvolle Atmosphäre, die sich allmählich ergebenden Zusammenhänge, die unerwartet UND plausibel sind, sowie die angespannte Dynamik zwischen den teils undurchsichtigen Figuren haben mich immer weiterblättern lassen. Ich habe diesen Thriller in einer tropischen Nacht verschlungen und statt frustrierender Schlaflosigkeit jede Menge Nervenkitzel sowie gelungene Wendungen bekommen.