Pageturner im Schwarzwald

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ninaschi Avatar

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Manchmal braucht es gar keine besonders blutigen Szenen oder komplizierten Handlungsstränge, um einen Thriller spannend zu machen. Die Nachbarin ist genau das. Es beginnt mit einem seltsamen Vorfall, der sofort Fragen aufwirft, und hört danach kaum noch auf, neue Rätsel nachzulegen.

Smilla ist eine Protagonistin, der man gerne folgt. Obwohl in der dritten Person erzählt wird, bleibt man nah an ihren Gedanken und beginnt gemeinsam mit ihr, an allem und jedem zu zweifeln. Gerade dieses Spiel mit der unzuverlässigen Wahrnehmung hat mir gut gefallen. Ständig fragt man sich, wer hier die Wahrheit sagt und wem man überhaupt noch trauen kann.

Der Schreibstil ist sehr unkompliziert. Kurze Kapitel, einfache Sprache und ein hohes Erzähltempo sorgen dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich hatte das Buch innerhalb weniger Tage beendet und würde es sofort jemandem empfehlen, der gerade in einer Leseflaute steckt. Der Lesefluss hat mich stellenweise an Freida McFadden erinnert: schnell, spannend und mit genau der richtigen Portion Cliffhanger.

Beim Lesen hatte ich außerdem immer wieder das Gefühl, dass sich die Geschichte hervorragend verfilmen ließe. Kein Wunder eigentlich, denn Nova Winter schreibt unter ihrem bürgerlichen Namen Drehbücher. Diese filmische Art zu erzählen merkt man dem Roman an.

Gegen Ende wurde der Plot für mich zwar etwas vorhersehbar, wirklich gestört hat mich das aber wenig. Der Weg dorthin hat einfach zu viel Spaß gemacht.

Die Geschichte spielt im Schwarzwald beziehungsweise rund um Freiburg. Für mich das perfekte Buch für einen Sommertag am See, den Strandurlaub oder vielleicht sogar den nächsten Urlaub im Schwarzwald selbst. Ein kurzweiliger Thriller, der genau das macht, was er soll: unterhalten, ohne besonders viel Tiefgang.