Außergewöhnlicher Erzählstil
Ich habe mich sehr gefreut, als ich gelesen habe, dass Robert Seethaler ein neues Buch geschrieben hat. Nach seinem grandiosen Bestseller "Ein ganzes Leben" habe ich "Café ohne Namen" gelesen, beide Bücher haben mich begeistert.
In "Die Straße" begleiten wir über den Zeitraum eines Jahres zahlreiche Personen, die in der Heidestraße, einer Straße in einem nicht benannten Ort, leben. Anders als in den anderen Romanen des Autors haben wir es nicht mit einer sich fortlaufend entwickelnden Handlung zu tun. Wir lernen die Bewohner der Heidestraße durch kurze Momentaufnahmen kennen. Es gibt einen jungen Mann, der ein kleines Ladenlokal anmietet, um dort ein Antiquariat mit 17.000 Büchern einzurichten. Eine Blumenhändlerin schreibt Liebesbriefe an ihren Angebeteten und wird sie nie absenden, eine Pflegedienstleiterin in einem Altersheim bekämpft ihre Einsamkeit mit Naschereien aus der Bäckerei, eine Nichte bezieht die Wohnung ihrer Tante, die nun im Pflegeheim lebt. Es gibt einen neuen Pfarrer, der den alten abgelöst hat, und da ist der Polizist, der über zu wenig Personal verfügt.
Die Themen des Buchs sind vielfältig, es geht um Alter und Tod, Liebe und Schmerz, Obdachlosigkeit und Kriminalität, Glauben und Vorurteile. Neben dem Straßenfest, bei dem nicht alles glatt läuft, sind Kündigungen von Mietverhältnissen, ein Brand und mehrere Todesfälle weitere Schwerpunkte.
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Die Grundidee des Buches, eine Straße und ihre Bewohner in kurzen Kapiteln zu porträtieren, hat mir gut gefallen. Leider ist es nicht einfach zu lesen, es gibt sehr viele, sehr kurze Abschnitte mit ständig wechselnden Personen, knappe Dialoge, Monologe, Briefe, Dienstpläne und Beschreibungen. Der Handlung zu folgen, ist eine Herausforderung, zumal nur die Namen einiger Personen genannt werden und sämtliche Protagonisten als Ich-Erzähler auftreten. Es bedarf einiger Geduld, erst nach und nach werden die einzelnen Fragmente zusammengefügt und Zusammenhänge erkennbar.
Ich mag die Sprache des Autors sehr, und ich mochte die Episoden um den Antiquar, die Pflegedienstleiterin und ihr Personal sowie die Heimbewohner. Das Buch ist sicherlich von hoher literarischer Qualität, dennoch bin ich mit Robert Seethalers neuem, für mich recht ungewöhnlichen Erzählstil nicht richtig warm geworden, der Roman vermochte mich leider weder zu fesseln noch zu begeistern. Ich wünsche mir, dass der Autor in seiner nächsten Geschichte wieder zu seinem gewohnten Stil zurückkehrt.
Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf einen außergewöhnlichen Erzählstil einzulassen.
In "Die Straße" begleiten wir über den Zeitraum eines Jahres zahlreiche Personen, die in der Heidestraße, einer Straße in einem nicht benannten Ort, leben. Anders als in den anderen Romanen des Autors haben wir es nicht mit einer sich fortlaufend entwickelnden Handlung zu tun. Wir lernen die Bewohner der Heidestraße durch kurze Momentaufnahmen kennen. Es gibt einen jungen Mann, der ein kleines Ladenlokal anmietet, um dort ein Antiquariat mit 17.000 Büchern einzurichten. Eine Blumenhändlerin schreibt Liebesbriefe an ihren Angebeteten und wird sie nie absenden, eine Pflegedienstleiterin in einem Altersheim bekämpft ihre Einsamkeit mit Naschereien aus der Bäckerei, eine Nichte bezieht die Wohnung ihrer Tante, die nun im Pflegeheim lebt. Es gibt einen neuen Pfarrer, der den alten abgelöst hat, und da ist der Polizist, der über zu wenig Personal verfügt.
Die Themen des Buchs sind vielfältig, es geht um Alter und Tod, Liebe und Schmerz, Obdachlosigkeit und Kriminalität, Glauben und Vorurteile. Neben dem Straßenfest, bei dem nicht alles glatt läuft, sind Kündigungen von Mietverhältnissen, ein Brand und mehrere Todesfälle weitere Schwerpunkte.
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Die Grundidee des Buches, eine Straße und ihre Bewohner in kurzen Kapiteln zu porträtieren, hat mir gut gefallen. Leider ist es nicht einfach zu lesen, es gibt sehr viele, sehr kurze Abschnitte mit ständig wechselnden Personen, knappe Dialoge, Monologe, Briefe, Dienstpläne und Beschreibungen. Der Handlung zu folgen, ist eine Herausforderung, zumal nur die Namen einiger Personen genannt werden und sämtliche Protagonisten als Ich-Erzähler auftreten. Es bedarf einiger Geduld, erst nach und nach werden die einzelnen Fragmente zusammengefügt und Zusammenhänge erkennbar.
Ich mag die Sprache des Autors sehr, und ich mochte die Episoden um den Antiquar, die Pflegedienstleiterin und ihr Personal sowie die Heimbewohner. Das Buch ist sicherlich von hoher literarischer Qualität, dennoch bin ich mit Robert Seethalers neuem, für mich recht ungewöhnlichen Erzählstil nicht richtig warm geworden, der Roman vermochte mich leider weder zu fesseln noch zu begeistern. Ich wünsche mir, dass der Autor in seiner nächsten Geschichte wieder zu seinem gewohnten Stil zurückkehrt.
Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf einen außergewöhnlichen Erzählstil einzulassen.