Die Heidestraße erzählt

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eric.liest Avatar

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Heidestraße. Eine gewöhnliche Straße. Ein Antiquariat eröffnet. Es gibt weitere Läden, eine Metzgerei, Bäckerei oder Gastwirtschaft. Ein Straßenfest im November wird geplant. Sie hat viel erlebt & kann Geschichten erzählen. Hören wir der Straße zu.

„Die Straße“ von Robert Seethaler, spontaner Umzug in eine außergewöhnliche Gesellschaft.

Menschen leben nun mal zusammen. Ob sie wollen oder nicht. Tür an Tür, Haus an Haus. Jede Straße hat ihr eigenes Flair. Nachbarn kann man sich bedingt aussuchen & was auf der Straße geschieht, wird von Ereignissen beeinflusst. Verbrechen, Brände, Straßenfeste gehören dazu. Wenn eine Straße reden könnte, sie hätte viel zu erzählen. Jedoch verändert sie sich & das muss auch die Straße erfahren. Ein Stadtentwicklungsprojekt soll starten & die Bewohner werden aus der Straße verdrängt.

Wer sind die Menschen die in der Straße wohnen? Paare, Jugendliche, Obdachlose. Welche Sorgen, Träume, Ängste, Sehnsüchte haben die Bewohner? Es gibt zahlreiche Einblicke & verfolgen die Gespräche mit. Sprunghaft begleiten wir sie.

Seethaler hat ein umfangreiches Bild einer Straße geschaffen. Er gibt Eckpunkte wie sie ausschaut. Es gibt keinen klassischen Handlungsstrang. Perspektiv- & Szenenwechsel gibt es viele. Mitunter sehr sprunghaft, ob von den Protagonisten selbst oder was auf der Straße geschieht, dies kann überfordernd sein. Stellenweise wirkt es verwirrend, aber als Gesamtbild ist es verständlich. Durch die Sprunghaftigkeit wird das Buch nicht langweilig. Es gibt keine Kapitel, nur Abschnitte die mitunter nicht aufeinander aufbauen. Trotzdem gibt es wiederkehrende Protagonisten, die einen Charakter einnehmen & geformt sind.

Ich habe schon einige Romane von Seethaler gelesen, dieser ist wieder einmal anders vor allem in der Erzählstruktur.

Als ich das Buch beendet habe stellte ich mir die Frage: Will ich in die Straße ziehen? Ich muss, leider mit „Nein“ antworten? Wie geht es Euch?