Ein außergewöhnlicher Roman

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Im Fokus dieses Romans steht die Heidestraße, auf der sich neben Wohnhäusern auch Bäcker, Fleischer, Blumenladen, Restaurant, Kneipe, Magistrat, Altenheim und eine ungewöhnliche Statue befinden. Wir begleiten verschiedene Menschen (Bewohner, Ladeninhaber, Bewohner des Heims und vermutlich auch Passanten) ein Jahr lang von Herbst bis Herbst. In dieser Zeit gibt es Um- und Wegzüge, Läden, die schließen, gestartete und beendete Affären, Entlassungen und andere Ereignisse. Es handelt sich jedoch um keine lineare Erzählung, wie man sie kennt. Vielmehr werden in diesem Werk kurze Textfragmente ohne weitere Erklärungen aneinander gereiht. Kapitel gibt es nicht, sodass man quasi durch die Texte und Seiten fliegt und erst am Ende merkt, was die Straße alles erlebt bzw. man als Leser alles erfahren hat. Die Fragmente sind Dialoge, Briefe, Gedanken, Mails, Wortfetzen, manchmal aufeinanderfolgend zum gleichen Thema, manchmal unabhängig. Stück für Stück ergeben sich so einige Zusammenhänge, auch durch wiederkehrende Perspektiven, die man miteinander verknüpfen kann. Bei einigen Texten ist mir dies jedoch nicht gelungen. Hier weiß ich nicht, ob es an mir lag oder es Absicht und stilistisches Mittel ist. Es liest sich ein bisschen als würde man durch eine Straße laufen und nur Bruchstücke mitbekommen, ohne zu wissen, wie es den jeweiligen Personen vor oder nach dieser Szene geht. Oder als würde man auf dieser Straße leben und einige Nachbarn gut, andere kaum kennenlernen und nichts zu wissen zu ihrer Vorgeschichte oder ab dem Zeitpunkt, an dem sie wegziehen. Wirklich ein außergewöhnliches Konzept, was mir nach anfänglicher Gewöhnungsphase viel Spaß gemacht hat.