Fragmente

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jidewi Avatar

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Viele kleine Teile, die nicht zueinander passen wollen. Wie die Teile eines Spiegels, auf dem Boden zerschellt, Scherben über Scherben. Sie waren mal ein Ganzes, hatten eine Verbindung, aber das ist am Boden liegend nicht klar, nicht sichtbar. Jedes Teil erfüllt ihre Aufgabe, ergänzt ein anderes, aber alleine für sich bleibt es unwichtig, unklar und abgeschnitten.

So empfinde ich das neueste Werk von Robert Seethaler, in dem er zunächst viele einzelne Gedanken, Gespräche, Auszüge aus Momenten erfasst und dem Leser präsentiert. Ungekünstelt, ungeschnitten, wie eine Tonbandaufnahme, bei der einfach irgendwann jemand den Aufnahmeknopf gestartet hat. Er nimmt den Leser nicht mit, lässt in bewusst irren und wirren, die einzelnen Fragmente erst behutsam zusammenfügen. In dieser Straße, die keiner kennt und die doch so wichtig ist, ohne für sich den Anspruch zu erheben. All diese kleinen Teile machen sie jedoch aus, formen sie und fügen zusammen, was zusammen gehört. Das bisher leiseste Werk von Robert Seethaler, das ich gelesen habe und ich musste mich darauf einlassen, in einer Welt, die gerade so unglaublich laut ist, den leisen Tönen zu folgen. Definitiv etwas anderes, definitiv unkonventionell, definitiv herausfordernd.