"Seethalerstraße"

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emmmbeee Avatar

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Ja, ich habe das Bedürfnis, die geschilderten Gebiete einer Stadt so zu bezeichnen, weil sie so gut zu dem passen, was ich vom Autor weiß bzw. bereits gelesen habe. Dass am Cover ein Rad fahrender Mensch zu sehen ist und kein geschlossenes Fahrzeug wie etwa ein Auto, könnte so besser nicht passen. Auch dass dieser das einzige Gestaltungselement auf der ansonsten weißen Fläche bildet, spricht für sich.
Denn es ist nichts Spektakuläres an dem, was uns Robert Seethaler in seinem neuen Roman erzählt. Fast alle seine Leser dürften sich bereits in einer ähnlichen Situation befunden haben. Fast jeder von uns kennt die Gefühle, welche die dargestellten Menschen durchrütteln und ihnen zu schaffen machen, mehr oder weniger. Da ist man sofort mittendrin, empfindet Sympathie mit ihnen, möchte am liebsten helfend einschreiten.
Und das Schönste an diesem Buch ist für mich, wie alles miteinander verwoben wird, wie eins zum anderen findet, mühelos und natürlich. Wenn ich es auf die Geräusche beziehe, die aus der Handlung entstehen, würde ich es als Kakophonie bezeichnen. Aus der Sicht der Bilder: ein stimmiges Puzzle einer Lebens- oder Wohneinheit, eben der titelgebenden Straße.
Obwohl es Fiktion ist und man weder einen realen Ort noch einen Zeitpunkt erkennt, wirkt das Ganze doch sehr real, eben weil es ohne weiteres genauso sein könnte. Meist ernst, dann auch mal locker-heiter. Meist aus der Sicht von Erwachsenen, dann wieder aus der eines Kindes.
Seethaler hat einen guten Blick für alles, was sich am Rand befindet, etwa Tiere und Pflanzen, aber auch Menschen wie den Obdachlosen bei der Bäckerei. Und genau das schätze ich an ihm, seit ich sein erstes Buch gelesen habe. Ich werde wohl für immer sein Fan sein und ihn gerne an alle Leser weiterempfehlen.