Taschenphilosophie für zwischendurch

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"Hier ist nichts. Ein paar Läden von vorgestern, ein Gasthaus, eine Kneipe, ein Altersheim und eine verhunzte Statue. Kein Bus, keine Tram, keine richtigen Grünflächen, das kann nichts werden."
Und doch ist es eine Straße mit all ihren Bewohnern wie man sie vermutlich in jeder durchschnittlichen deutschen Kleinstadt finden wird.

In kurzen, auf den ersten Blick zusammenhangslosen, Abschnitten kommen die Menschen, die in der Straße leben oder mit ihr und ihren Bewohnern zu tun haben, zu Wort. Nach und nach erkennt man die Urheber wieder, meist sind sie namenlos und doch bekommen sie langsam ein Gesicht. Man liest sich durch diese Ansammlung von Anekdoten, Ereignissen, Gesprächen und Monologen und langsam ergibt sich ein Gesamtbild dieses gesellschaftlichen Miteinanders. Die einzelnen Figuren haben mir sehr gut gefallen. Das besondere ist, dass sie so gut wie nicht beschrieben werden, sondern ihr Bild alleine durch ihre Aussagen und die anderer Personen über sie entsteht. Wohingegen es mir doch schwer gefallen ist so etwas wie eine Handlung herauszulesen, was dann sehr zu Lasten der Spannung gegangen ist. Alles in allem ist für mich "Die Straße" eine kleine Taschenphilosophie für zwischendurch, die genauso gut puristisch auskommt, wie das dafür sehr gelungene Cover.