Vielstimmiges Mosaik einer Gentrifizierung
In der Heidestraße treffen u. a. eine Heimleiterin, ein Hausarzt, ein Antiquar, eine Blumenhändlerin und ein Jugendlicher aufeinander, der auf Dächern heimisch zu sein scheint. Ihre Begegnungen werden vielstimmig und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Man könnte sich in der Rolle von Neuzugezogenen fühlen, die den Gesprächen schwer folgen können, weil vorausgesetzt wird, dass Personen bekannt sind. Wer mit wem in Verbindung steht, welche Konflikte es gibt, wer befiehlt und wer folgt, wird aus den Dialogschnipseln nur zögerlich deutlich. Verknüpfungen sind zu ahnen mit der Zeit, als der vermietete Laden noch eine Kohlenhandlung war oder dem Moment, als russische Soldaten in die Stadt einmarschierten. Offensichtlich sind Interessenkonflikte zwischen Mietern und Immobilienspekulanten, zwischen Polizeiwache und Staatskasse, auch ein abfälliger Ton schleicht sich ein, in dem über andere Menschen gesprochen wird. Allein das Komitee, das traditionell das Straßenfest organisiert, scheint den Ruf nicht gehört zu haben, dass allen Bewohnern gekündigt ist oder bald gekündigt sein wird.
Fazit
Mit dem unangenehmen Eindruck, dass nur noch die Fassade einer ehemaligen Gemeinschaft existiert, habe ich mich wie der Lauscher an der Wand gefühlt, der den menschlichen Abstieg so genau doch nicht verfolgen möchte. Ein extrem kleinteiliges episodenhaftes Mosaik, das mich an „Winesburg Ohio“ erinnert und an Zanders „Dinge, die wir heute sagten“.
Fazit
Mit dem unangenehmen Eindruck, dass nur noch die Fassade einer ehemaligen Gemeinschaft existiert, habe ich mich wie der Lauscher an der Wand gefühlt, der den menschlichen Abstieg so genau doch nicht verfolgen möchte. Ein extrem kleinteiliges episodenhaftes Mosaik, das mich an „Winesburg Ohio“ erinnert und an Zanders „Dinge, die wir heute sagten“.