Düsterer Krimi

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sauerlandfranzi Avatar

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"Die Toten von morgen", geschrieben von Kim Koplin, thematisiert inhaltlich die Geschehnisse rund um einen Drogenkrieg. Im Mittelpunkt stehen die Ermittlerin Nihal und Saad mit seiner Tochter Leila .
Bereits das Cover verspricht eine düstere Grundstimmung, indem ein Parkhaus mit einer Person im Halbdunkeln skizziert wird. Bereits optisch wird deutlich, welchem Genre das Buch zuzuordnen ist.
"Die Toten von morgen" baut kontinuierlich Spannung auf und lebt von seiner Atmosphäre.
Der Schreibstil der Autorin ist unverblümt, direkt, flüssig, spannend und gut verständlich. Sarkasmus sowie humorvolle Dialoge wurden passend gewählt. Die kurzen Kapitel treiben die Erzählung an. Weiterhin vollzieht sich die Handlung zügig, so dass man schnell mittendrin ist. Dabei baut Koplin zahlreiche spannende Momente ein und arbeitet auf ein fulminantes Ende hin. Gleichermaßen lebt der Thriller aber neben Spannung auch von beschreibenden, ruhigeren Seiten. Auch die gewählten Charaktere treiben den Thriller an. Sie wirken vielschichtig, spannend, gar geheimnisvoll und alles andere als perfekt. Koplin spielt mit verdrehten Geschlechterklischees und skizziert Nihal und Saad glaubwürdig in ihrer Entwicklung sowie ihren Handlungen und Überzeugungen. Die inneren Konflikte, die Nihal austrägt, sind überdies essentiell für die Tiefe des Buches. Doch auch die Nebencharaktere sind wunderbar abwechslungsreich gewählt.
Der Thriller knüpft an Kim Koplins Werk „Die Guten und die Toten“ an. Dabei lässt sich "Die Toten von morgen" auch ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch sind manche Pointen tiefgehender, wenn die Charaktere und die Geschehnisse um sie herum bereits durch das erste Werk bekannt sind.
Zusammenfassend ist das Werk sehr gelungen, baut düstere Spannung auf, lässt sich aber eher dem Genre Krimi als dem des Thrillers zuordnen.