Gelungenes Format mit Tiefe

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Mit „Die Träume, die wir hatten: Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich“ gelingt Christiane Hoffmann ein bemerkenswerter Balanceakt zwischen persönlicher Erinnerung und historischer Analyse.
Schon das Cover zeigt einen Weg - und genau auf einen solchen nimmt uns die Autorin mit. Entlang ihrer engen Freundschaft und der wechselvollen Beziehung zwischen Russland und Europa zeichnet sie die Entwicklungen nach, die schließlich im Krieg gegen die Ukraine münden. Parallel dazu verarbeitet sie einen tiefgreifenden persönlichen Verlust. Behutsam verknüpft Hoffmann beide Ebenen und begibt sich auf die Suche nach Erklärungen, Zusammenhängen und möglichen Ursprüngen von Erfahrungen, die sich einem einfachen Verständnis oft entziehen.
Das Buch bietet für mich sowohl eine wertvolle Einordnung der jüngeren Geschichte als auch einen eindringlichen Einblick in die Gefühlswelt der Autorin. Besonders gelungen sind die fließenden Übergänge zwischen den verschiedenen Erzählebenen sowie der zugängliche, klare Stil. Für die vollen fünf Sterne fehlte mir jedoch der letzte Funke: So gern ich das Buch gelesen habe, erschien es mir sprachlich und literarisch stellenweise etwas zu geradlinig und zu wenig vielschichtig. Dennoch bleibt es eine äußerst lesenswerte Verbindung von persönlichem Zeugnis und politischer Zeitgeschichte.