Schwere Drachenfantasy mit toller Grundidee!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
kiki2705 Avatar

Von

„Dragon Cursed – Zeig keine Gnade“ ist Teil 1 einer neuen Drachenfantasy-Dilogie aus der Feder von Elise Kova.
Vingard ist die letzte Festung der Menschheit gegen die Drachen – Monster, die dazu geschaffen sind, Leben zu nehmen und eine stetige Gefahr darstellen. Sieht man einen von ihnen, bedeutet das den eigenen Tod. Auch in Vingard selbst gibt es Drachenverfluchte, bei denen es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Monster in ihnen die Oberhand gewinnt.
Um alle Bürger zu testen, müssen sie mit 18 Jahren in das 3-wöchige Tribunal eintreten, bei denen sie grausamen Prüfungen unterzogen werden, um den Drachenfluch zu erkennen.
Auch Isola, die mit 12 Jahren einen Drachenangriff überlebt hat, muss das Tribunal durchlaufen. Sie gilt als große Hoffnung im Kampf gegen die Drachen. Zu ihrem Verdruss wird auch Lucan ins Tribunal gerufen – ihr ständiger Schatten und Ziehsohn des Vikars.
Wer spielt ein falsches Spiel? Wem kann Isola vertrauen und welche Macht schlummert unter ihrer Haut?
Die Aufmachung des Buches ist wunderschön. Ein passender Farbschnitt, ein drachenschuppenglitzerndes Cover und auch die Karte von Vingard im Inneneinband hinterlassen Eindruck und machen Lust aufs Lesen.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir jedoch leider ungewöhnlich schwer. Ich konnte mir die Welt von Vingard und alles, was mit der Magie, den Bürgern und den Drachen zu tun hat, überhaupt nicht bildlich vorstellen. Es wurden Begriffe genutzt, die ich nur schwer in Einklang mit dem Geschehen bringen konnte und mir somit auch der rote Faden gefehlt hat.
Stück für Stück wurde es etwas übersichtlicher, doch bis zum Schluss konnte mich diese Welt leider nicht für sich einnehmen.
Isola als Protagonistin blieb mir leider auch die ganze Zeit über emotional fremd. Ihre Verbindung zu Lucan und ihre Macht, auf die es der Vikar abgesehen hat, habe ich zwar verstanden, war jedoch in meinen Augen zu kompliziert und teilweise verwirrend beschrieben.
Die Schreibweise war für mich stellenweise etwas langatmig und umständlich. Zu diesem Gefühl hat mit Sicherheit auch die kleine Schriftgröße geführt, die mir das Lesen erschwert hat.
Erst in den letzten 100 Seiten konnte mich die Geschichte noch einmal für sich einnehmen, da der Spannungsbogen endlich anzog und sie eine überraschende Wendung genommen hat, mit der ich nicht gerechnet habe.
Insgesamt vergebe ich für diese High-Fantasy-Story solide 3 von 5 Sterne für das Magiesystem, die Idee und die Aufmachung der Story. Das Ende ist offen und lässt auf einen spannenden zweiten Teil hoffen.