Zu wenig Drachenliebe

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bookaddict_sylvia Avatar

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Dragon Cursed von Elise Kova war für mich eines dieser Bücher, die eigentlich alle Themen mitbringen, um ein Highlight zu werden. Die Geschichte ist spannend, düster und mit Drachen, welche ich immer liebe. Trotzdem blieb bei mir während des Lesens ein Gefühl zurück, das ich nur schwer erklären kann: Ich war interessiert, aber nie wirklich begeistert.

Im Mittelpunkt steht Isola, die sich einem dreiwöchigen Tribunal stellen muss. Durch grausame und oft verstörende Prüfungen soll festgestellt werden, ob sie drachenverflucht ist. Seit sie Jahre zuvor einen Drachenangriff überlebt hat, spürt sie selbst, dass etwas nicht mit ihr stimmt. Die Angst vor dem Tribunal begleitet sie daher auf Schritt und Tritt. Unterstützung erhält sie von ihrer besten Freundin Saipha, die ihr in dieser schweren Zeit zur Seite steht. Gleichzeitig zeigt sich ihr alter Bekannter Lucan von einer völlig neuen Seite. Die gemeinsamen Herausforderungen und Prüfungen schweissen die drei immer enger zusammen.

Besonders die erste Hälfte des Buches hat mir mehr Mühe bereitet. Das Tribunal und die Prüfungen sind brutal, bedrückend und sorgen immer wieder für Momente, in denen man das Buch kurz zur Seite legen möchte, um das Gelesene zu verarbeiten speziell ohne Lichtblick.

Im letzten Drittel nimmt die Handlung dann rasant Fahrt auf. Eine Enthüllung folgt auf die nächste, ständig passiert etwas Neues und die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Einerseits sorgt das für Spannung, andererseits hatte ich das Gefühl, kaum Zeit zu bekommen, um die vielen Informationen wirklich zu verarbeiten. Hier zieht die Autorin definitiv alle Register, um Neugier auf die Fortsetzung zu wecken.

Trotzdem sprang der Funke für mich nicht ganz über. Ein Grund dafür ist sicherlich die sehr düstere Grundstimmung. Für meinen Geschmack gab es nur wenige positive oder hoffnungsvolle Momente, die einen emotionalen Ausgleich geschaffen hätten.

Der grösste Knackpunkt war für mich allerdings die Darstellung der Drachen. Als jemand, der Drachen über alles liebt und praktisch jedes Fantasybuch mit Drachen verschlingt, hatte ich gehofft, hier eine besondere Verbindung zu diesen Wesen aufzubauen. In Dragon Cursed werden die Drachen jedoch vor allem als Bedrohung dargestellt, man will sie auslöschen. Genau das machte es mir schwer, mich voll auf die Geschichte einzulassen. Vielleicht ist das ein rein persönlicher Kritikpunkt, aber er beeinflusste mein Leseerlebnis stärker, als ich erwartet hätte.

Wer dunkle Fantasy mag und sich an einer bedrohlichen Darstellung von Drachen nicht stört, wird hier vermutlich viel Freude haben. Ich persönlich wollte dieses Buch lieben, doch am Ende mochte ich es lediglich. Ob ich die Reihe weiterverfolge, weiss ich noch nicht. Die Neugier ist da, aber die Begeisterung leider nicht.