Ein berührender Roman mit historischem Hintergrund
Die Szenerien spielen in Oberösterreich, rund um die Kleinstadt Eferding, dem Kriegsgefangenenlager Hartkirchen-Deinham bei Aschach und Pupping mit angrenzendem sog. Serbenfriedhof, mit über 7000 Soldaten,.Kriegsopfern beider Weltkriege, vornehmlich Serben. Die Autorin Karin Peschka, dort ansässige Wirtstochter beschreibt teils Autobiographisches aus ihrer Kindheit um 1977, oft in Zusammenhang mit dem Serben Dragan Džomba, Dschomba ausgesprochen, der ab November 1954 dort auf der Suche nach seinem älteren Bruder ist. Thematisiert werden Ausländerfeindlichkeit, Rolle der katholischen Kirche und Traditionen in der Nachkriegszeit rund um die elterliche Gastwirtschaft, mit drei Generationen involviert. Ein Stück einer Goldhaube, Standessymbol der örtlichen Tracht der Goldhaubenfrauen, befindet sich auf einer Postkarte von Dragans Bruder. Ebenso in seinem Besitz findet sich schließlich ein Gruppenfoto ortsansässiger Goldhaubenfrauen aus damaliger Lagerzeit im Ambiente von Schloss Starhemberg. Die Beschreibung der Trauer und deren Verarbeitung um den verschollenen Bruder ist berührend. Dragans besonders tiefe Freundschaft zum Dechanten und Silvester Kleinhäusler stehen in krassem Kontrast zum Fremdenhass in Form von Argwohn, übler Verleumdung und sogar Beschuss durch mehrere Einheimische. Der eigenwillige Schreibstil mit unvollständigen und grammatikalisch falschen Sätzen lässt den Roman authentisch wirken für diese Gegend. 4*