Nostalgisch, charmant und düster ;-)

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Düster von Ivar Leon Menger ist der zweite Band der Reihe um Ex-Kommissar Hans J. Stahl – und für mich ein Thriller mit ganz besonderem Charme.
Wir treffen wieder auf Hans Stahl und seine Lebensgefährtin Geli, beide schon etwas älteren Semesters. Diesmal verschlägt es die beiden auf die fiktive Nordseeinsel Liekenoog. Hans soll dort eigentlich einen Vermisstenfall aufklären, verkauft Geli die Reise aber kurzerhand als gemeinsamen Luxusurlaub. Viel Zeit für Erholung bleibt allerdings nicht, denn schon bald gibt es die ersten grausam zugerichteten Leichen.
Was mir besonders gefallen hat: Düster ist Nostalgie pur. Die Geschichte spielt 1987 und versetzt einen direkt zurück in die 70er-/80er-Jahre – vor allem dadurch, dass es natürlich noch keine Handys und die heutige ständige Erreichbarkeit gibt. Hans' Art zu ermitteln erinnert mich dabei tatsächlich ein bisschen an die alten Krimiserien dieser Zeit. Das kleine Inselsetting hatte für mich außerdem ein bisschen Nord Nord Mord-Feeling: Jeder kennt jeden und irgendwie scheint jeder verdächtig.
Gleichzeitig ist die Geschichte deutlich düsterer, als es dieser nostalgische Charme zunächst vermuten lässt. Besonders die Einblicke in die Vergangenheit und die Frage, was bestimmte Lebensumstände mit der Psyche von Kindern machen können, fand ich teilweise richtig verstörend.
Dazu kommen einige Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Insgesamt war das für mich eine leichte, kurzweilige, aber trotzdem düstere Thriller-Unterhaltung, die sich angenehm von vielem unterscheidet, was ich sonst lese.