Atmosphärisch!

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Ich weiß nicht wie es zugeht, aber die Schweden, die haben es einfach drauf mit der Beklemmung. Stina Jackson schrieb mit Dunkelsommer einen Spannungsroman, der sowohl eine enorm dichte Atmosphäre mit sich bringt, als auch Gänsehaut über den Rücken laufen lassen kann.

Willkommen in Norrland. Vor drei Jahren verschwand hier ein 17-jähriges Mädel auf dem Weg zur Sommerarbeit, nur wenige Minuten, bevor der Bus kam. Der letzte, der sie gesehen hat, war ihr eigener Vater. Seitdem macht er sich auf eigene Faust auf, um nach Lina zu suchen. Die Polizei und selbst seine Exfrau Anette haben die Fahndung längst aufgegeben. Man folgt nun also Lelle auf seinem einsamen Weg durch den Norden Schwedens, immer an der Silvervägen, der Silberstraße, entlang. Jeden im Ort hat er schon verdächtigt, selbst er war nie frei von Schuldzuweisungen.

Zeitgleich kommen Meja und ihre Mutter Silje im Ort an. Der neue Freund der Mutter ist bekannt dafür, ein wenig seltsam zu sein. Pornobjörn nennen ihn die Schüler der ortsansässigen Schule. Meja fühlt sich nicht wohl im Haus, auch wenn Torbjörn im Grunde harmlos scheint. Sie lernt den jungen Carl-Johan kennen, der mit seiner Familie auf einem abgeschotteten Hof wohnt.

Das nun sind also die Rahmenbedingungen. Besonders interessant an diesem Roman ist, wie die Autorin hier und da Fährten legt. Man stolpert über etwas zunächst völlig unscheinbares, einen roten Wollfaden, die Vorliebe für Zimtschnecken. Und denkt, Ach!, der komische Typ vorhin, der mochte doch Gebäck, der liebte doch Zimtschnecken. Und man ist sich sicher, die richtige Spur gefunden zu haben. Doch dann findet man die Zimtschnecken plötzlich auch woanders vor, allerdings zusammen mit einem anderen Indiz. Fehlalarm, der Täter MUSS derjenige welcher sein. Lasst euch sagen, mitnichten! Und das hat das Buch so spannend für mich gemacht, selbst wenn man sich noch so sicher ist, dass es eigentlich nur einer gewesen sein kann, so folgt man doch immer wieder beharrlich den weiteren Spuren, bis man zu einem enormen Geheimnis kommt, dessen Tragweite mir noch jetzt nur allzu bewusst ist.

Fazit

Wer sich gern in einsamen Gegenden verliert, wer den Blick auf vom Schicksal gebeutelte Figuren werfen will, wer die Beklemmung nicht scheut, der greife bitte zu. Dunkelsommer macht, dass man auch in der Mitternachtssonne noch ins Schwitzen gerät.