Eine außergewöhnliche Stimme

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ravenmoon Avatar

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Schon bevor ich die Leseprobe begonnen habe, war ich neugierig. Dass Woody Brown als erster nicht-sprechender Autist die University of California abgeschlossen hat und nun einen Roman veröffentlicht, macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Umso gespannter war ich, ob sich diese außergewöhnliche Lebensgeschichte auch im Roman widerspiegelt – und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines nicht-sprechenden Autisten erzählt, der seine Umwelt messerscharf beobachtet. Besonders beeindruckt hat mich, wie eindrucksvoll die Autorin bzw. der Autor vermittelt, dass fehlende Sprache keineswegs fehlende Intelligenz bedeutet. Gerade die Passagen über Echolalie, alternative Kommunikation und die Vorurteile, mit denen nicht-sprechende Menschen täglich konfrontiert werden, haben mich sehr nachdenklich gemacht.

Trotz des ernsten Themas liest sich die Leseprobe überraschend angenehm. Der Erzähler blickt mit feinem Humor, viel Selbstironie und großer Ehrlichkeit auf seine Welt. Dadurch entsteht eine Geschichte, die berührt, ohne jemals kitschig zu werden, und die gleichzeitig einen Einblick in eine Lebensrealität gibt, über die viele Menschen vermutlich viel zu wenig wissen.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Die ruhige Wasserfläche und die ins Wasser baumelnden Beine wirken schlicht, aber gleichzeitig nachdenklich und hoffnungsvoll. Es passt wunderbar zu dem Eindruck, den die ersten Seiten hinterlassen haben.

Diese Leseprobe hat mich auf eine ganz andere Art gefesselt als ein Thriller oder Fantasyroman. Sie erzählt keine spektakuläre Geschichte, sondern öffnet ein Fenster in eine Welt, die vielen verborgen bleibt. Genau deshalb möchte ich unbedingt weiterlesen.