Aus erster Hand

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suse9 Avatar

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Im Mittelpunkt des Buches „Ein ganz normales Wunder“ steht die Tagesstätte für Menschen mit Behinderung „Upward Bound“. Die Handlung ist in Episoden unterteilt, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt werden. Manches überschneidet sich, anderes bleibt unbeendet, aber jedes einzelne Kapitel ist interessant und gut zu lesen.

Da klar war, dass das Thema kein einfaches ist, konnte ich das Buch auch nur mit Pausen zum Nachdenken lesen. Die verschiedenen Wahrnehmungen der Ereignisse waren spannend und teilweise sehr emotional. Nicht nur einmal wünschte ich, eingreifen zu können. Es kamen sowohl die Betreuer als auch die Schützlinge zu Wort. Da der Autor selbst nicht-sprechender Autist ist, wirkt alles sehr authentisch, und man nimmt ihm die geäußerten Gedanken ab, nichts scheint aufgesetzt, übertrieben oder dramatisiert – kein erhobener Zeigefinger, keine Verharmlosung. Der Text ist einfach gehalten und trotzdem in einer schönen Sprache geschrieben, so dass ich mich auch zwischen den Leseaugenblicken damit gedanklich beschäftigen konnte. Mir gefiel besonders, dass vieles auch nur angedeutet und nicht bis ins Kleinste aufgeklärt wurde. Wer lose Ende nicht mag, wird vielleicht ein paar Schwierigkeiten haben. Ich hatte damit aber kein Problem.

„Ein ganz normales Wunder“ ist ein gut lesbares, wichtiges, sehr zu empfehlendes Buch, das meinen Blickwinkel erweitert hat.