Die Beobachtung der Welt
Von einem nicht sprechenden Autisten geschrieben, setzt sich dieses Buch mit der Lebensrealität rund um schwere Behinderungen auseinander. Der Autor nutzt dazu verschiedene Erzählperspektiven, angefangen mit der Ich-Perspektive eines jungen Mannes in der Tagespflege „upward bound“, die an der Situation des Autors angelegt ist. Die anderen Erzählperspektiven knüpfen an diesen Ort, seine Menschen und Situationen an. Sie zeichnen nach und nach ein vielschichtiges Bild, indem Beobachtungen und Interpretationen derselben Menschen und Situationen sich ergänzen, widersprechen und den Fokus verschieben. Die Erzählung bildet dabei Ableismus ab, gekonnt zeichnet der Autor die verschiedenen Facetten ein. Das geschieht zumeist nicht laut oder anklagend, aber deutlich und mit kleinen Erklärungen und Erinnerungen für diejenigen Lesenden, deren Lebenserfahrung anders – selbstbestimmter – ist. Ich denke, dass die Erzählung es schafft eine große Bandbreite von Lesenden einzuladen. Ich halte es nicht für notwendig mit Vorwissen an diese Erzählung heranzugehen, gleichzeitig geht das Erzählte so tief, dass es viele Möglichkeiten der Lesart, Reflexion und Identifikation aufmacht.
Den meisten Kapiteln und Perspektiven konnte ich etwas abgewinnen, insgesamt hätte ich mir aber einen größeren Fokus auf die Perspektiven der behinderten Menschen im „upward bound“ gewünscht. Manche der Kapitel aus Sicht von Angestellten fand ich etwas lang und denke, dass die Seiten besser genutzt hätten werden können. Am Ende kommt das Buch durchaus als Ganzes zusammen und das Fehlen mancher Kapitel, die ich mir gewünscht hätte, hat durchaus eine Aussagekraft über Kommunikationsmittel und –Möglichkeiten. Dass ein nicht sprechender Autist, der sich in der Erzählung eher als Teilnehmer der Tagesstätte positioniert, sich als Autor herausnimmt Kapitel aus Sicht der Beschäftigten zu schreiben hat etwas emanzipatorisches und empowerndes. Gleichzeitig finde ich es Schade, dass diese Perspektive, die ich zu Genüge in anderen Büchern, geschrieben von Menschen die mit behinderten Menschen in professionellen Settings arbeiten, finde, auch hier so viel Raum bekommt.
Sprachlich fand ich das Buch gut lesbar und ansprechend, insgesamt war es aber eher das Thema, was für meine Leseempfehlung ausschlaggebend ist. Die differenzierte theoretische Auseinandersetzung mit Sprache und Sprachfähigkeit, die eine der großen Stärken der Erzählung war, hätte sich für meinen Geschmack gerne deutlicher auf den kreativen Umgang in der Ausgestaltung der Erzählung auswirken dürfen.
Das Buch hat mit sehr gefallen, mich angesprochen und ich möchte es gerne weiterempfehlen. Es lässt mich aber nicht restlos begeistert, sondern eher nachdenklich und in einem Reflexionsprozess zurück. Das ist gut, denke ich, für mich war das Buch aber somit kein uneingeschränktes Highlight, wie erhofft und zu Beginn meines Leseprozesses gedacht.
Den meisten Kapiteln und Perspektiven konnte ich etwas abgewinnen, insgesamt hätte ich mir aber einen größeren Fokus auf die Perspektiven der behinderten Menschen im „upward bound“ gewünscht. Manche der Kapitel aus Sicht von Angestellten fand ich etwas lang und denke, dass die Seiten besser genutzt hätten werden können. Am Ende kommt das Buch durchaus als Ganzes zusammen und das Fehlen mancher Kapitel, die ich mir gewünscht hätte, hat durchaus eine Aussagekraft über Kommunikationsmittel und –Möglichkeiten. Dass ein nicht sprechender Autist, der sich in der Erzählung eher als Teilnehmer der Tagesstätte positioniert, sich als Autor herausnimmt Kapitel aus Sicht der Beschäftigten zu schreiben hat etwas emanzipatorisches und empowerndes. Gleichzeitig finde ich es Schade, dass diese Perspektive, die ich zu Genüge in anderen Büchern, geschrieben von Menschen die mit behinderten Menschen in professionellen Settings arbeiten, finde, auch hier so viel Raum bekommt.
Sprachlich fand ich das Buch gut lesbar und ansprechend, insgesamt war es aber eher das Thema, was für meine Leseempfehlung ausschlaggebend ist. Die differenzierte theoretische Auseinandersetzung mit Sprache und Sprachfähigkeit, die eine der großen Stärken der Erzählung war, hätte sich für meinen Geschmack gerne deutlicher auf den kreativen Umgang in der Ausgestaltung der Erzählung auswirken dürfen.
Das Buch hat mit sehr gefallen, mich angesprochen und ich möchte es gerne weiterempfehlen. Es lässt mich aber nicht restlos begeistert, sondern eher nachdenklich und in einem Reflexionsprozess zurück. Das ist gut, denke ich, für mich war das Buch aber somit kein uneingeschränktes Highlight, wie erhofft und zu Beginn meines Leseprozesses gedacht.