Ein besonderer Roman
„Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown ist für mich ein ganz besonderer Roman. Gerade dass der Autor selbst nichtsprechender Autist ist, macht die Geschichte für mich besonders. Es ist interessant, seine Gedanken und Erfahrungen zu einer Einrichtung wie der Tagesstätte „Upward Bound“ zu lesen.
Er selbst schreibt:
„Ich wollte zeigen, was es bedeutet, permanent unterschätzt zu werden. Wie es ist, wenn man wegen einer Behinderung unsichtbar wird, weil die Menschen sich weigern hinzusehen.“
Und genau das merkt man in seiner Geschichte ganz deutlich.
Es handelt sich nicht um eine am Stück erzählte Geschichte. Stattdessen erhalten wir in den einzelnen Kapiteln Einblicke in die verschiedenen Figuren und ihre jeweiligen Perspektiven. So gibt Woody Brown zum Beispiel dem jungen Tom eine Stimme. Tom lebt mit einer schweren Zerebralparese und kann nicht sprechen. Dennoch verliebt er sich in die Pflegerin Ann. In einem weiteren Kapitel erfahren wir dann mehr über Ann und ihre Gedanken.
Neben den beiden lernen wir noch viele weitere Menschen rund um die Tagesstätte kennen: den Pfleger Carlos, Walter, der wie Woody Autist ist und sich mithilfe einer Buchstabentafel verständigen kann, Walters Mutter, die alles für ihren Sohn tun würde, und Jorge, der ebenfalls Autist ist und immer wieder aus der Einrichtung wegläuft usw..
Zunächst hat mich die Erzählweise ein wenig verwirrt. Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass die einzelnen Kapitel zunächst wie voneinander losgelöste Episoden wirken, die aber trotzdem miteinander verbunden sind. Nachdem ich mich darauf eingelassen hatte, hat mir diese besondere Erzählweise gut gefallen, weil ich dadurch die unterschiedlichen Menschen und ihre Sichtweisen und Beweggründe kennenlernen konnte und letztlich auch alles ineinander greift.
Die Geschichte hat mich berührt. Teilweise ist sie sehr trocken erzählt, dann wieder traurig und nachdenklich. Gleichzeitig steckt aber auch viel Hoffnung darin. Hoffnung, weil es Menschen gibt, die sich für diejenigen einsetzen, die aufgrund ihrer eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten viel zu oft unterschätzt oder übersehen werden.
Besonders beschäftigt hat mich dabei die Frage, wie oft wir einen Menschen unterschätzen, nur weil er sich nicht auf die Art und Weise mitteilen kann, die wir gewohnt sind. Woody Brown zeigt eindrücklich, dass fehlende Sprache nicht bedeutet, dass jemand nichts zu sagen hat.
Für mich ist „Ein ganz normales Wunder“ deshalb ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch eine Weile im Kopf bleibt. Die Geschichte ist nicht immer leicht, aber gerade deshalb fand ich sie lesenswert. Sie gibt Menschen eine Stimme, denen häufig nicht richtig zugehört wird, und lenkt den Blick auf eine Art von Kommunikation, die wir vielleicht viel öfter wahrnehmen sollten.
Fazit: Ein berührender und nachdenklicher Roman über Kommunikation, Vorurteile und darüber wie schnell wir Menschen unterschätzen. Für mich eine Geschichte, die noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt
Er selbst schreibt:
„Ich wollte zeigen, was es bedeutet, permanent unterschätzt zu werden. Wie es ist, wenn man wegen einer Behinderung unsichtbar wird, weil die Menschen sich weigern hinzusehen.“
Und genau das merkt man in seiner Geschichte ganz deutlich.
Es handelt sich nicht um eine am Stück erzählte Geschichte. Stattdessen erhalten wir in den einzelnen Kapiteln Einblicke in die verschiedenen Figuren und ihre jeweiligen Perspektiven. So gibt Woody Brown zum Beispiel dem jungen Tom eine Stimme. Tom lebt mit einer schweren Zerebralparese und kann nicht sprechen. Dennoch verliebt er sich in die Pflegerin Ann. In einem weiteren Kapitel erfahren wir dann mehr über Ann und ihre Gedanken.
Neben den beiden lernen wir noch viele weitere Menschen rund um die Tagesstätte kennen: den Pfleger Carlos, Walter, der wie Woody Autist ist und sich mithilfe einer Buchstabentafel verständigen kann, Walters Mutter, die alles für ihren Sohn tun würde, und Jorge, der ebenfalls Autist ist und immer wieder aus der Einrichtung wegläuft usw..
Zunächst hat mich die Erzählweise ein wenig verwirrt. Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass die einzelnen Kapitel zunächst wie voneinander losgelöste Episoden wirken, die aber trotzdem miteinander verbunden sind. Nachdem ich mich darauf eingelassen hatte, hat mir diese besondere Erzählweise gut gefallen, weil ich dadurch die unterschiedlichen Menschen und ihre Sichtweisen und Beweggründe kennenlernen konnte und letztlich auch alles ineinander greift.
Die Geschichte hat mich berührt. Teilweise ist sie sehr trocken erzählt, dann wieder traurig und nachdenklich. Gleichzeitig steckt aber auch viel Hoffnung darin. Hoffnung, weil es Menschen gibt, die sich für diejenigen einsetzen, die aufgrund ihrer eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten viel zu oft unterschätzt oder übersehen werden.
Besonders beschäftigt hat mich dabei die Frage, wie oft wir einen Menschen unterschätzen, nur weil er sich nicht auf die Art und Weise mitteilen kann, die wir gewohnt sind. Woody Brown zeigt eindrücklich, dass fehlende Sprache nicht bedeutet, dass jemand nichts zu sagen hat.
Für mich ist „Ein ganz normales Wunder“ deshalb ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch eine Weile im Kopf bleibt. Die Geschichte ist nicht immer leicht, aber gerade deshalb fand ich sie lesenswert. Sie gibt Menschen eine Stimme, denen häufig nicht richtig zugehört wird, und lenkt den Blick auf eine Art von Kommunikation, die wir vielleicht viel öfter wahrnehmen sollten.
Fazit: Ein berührender und nachdenklicher Roman über Kommunikation, Vorurteile und darüber wie schnell wir Menschen unterschätzen. Für mich eine Geschichte, die noch lange nach dem Lesen im Kopf bleibt