Ein Roman, der die Perspektive verändert
Der Autor Woody Brown ist selbst ein nicht-sprechender Autist. Er hat nicht nur seinen Abschluss an der UCLA gemacht, sondern anschließend an der Columbia University einen Master of Fine Arts im Bereich Creative Writing erworben. Mit der Außenwelt kommuniziert er mithilfe einer Buchstabentafel. Dass er diese Form der Kommunikation erlernen konnte, verdankt er auch der Unterstützung seiner Familie. Ohne Menschen, die ihm in seiner Kindheit und Jugend diese Möglichkeit eröffnet und ihn dabei unterstützt hätten, wäre sein Lebensweg vermutlich sehr viel eingeschränkter und eintöniger verlaufen.
In seinem Debütroman erzählt er von mehreren Menschen, die in einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung aufeinandertreffen. Durch seinen eigenen Hintergrund gelingt es ihm, einen besonders authentischen und tiefgehenden Einblick in die Lebenswelt seiner Figuren zu geben.
Eine der Hauptfiguren ist Walter, Woodys Alter Ego. Er ist ein nicht-sprechender Autist und nimmt die Welt auf eine ganz eigene Weise wahr. Daneben lernen die Leserinnen und Leser unter anderem Tom kennen, der aufgrund einer Zerebralparese im Rollstuhl sitzt und weder seinen Körper noch seine Sprache vollständig kontrollieren kann. Der Roman konzentriert sich jedoch nicht ausschließlich auf die sogenannten „Klienten“. Auch die Betreuer bekommen viel Raum und werden als Menschen mit eigenen Geschichten und Problemen dargestellt.
Da ist beispielsweise Ann, eine Studentin, die nur über den Sommer in der Einrichtung arbeitet und mit ihrer offenen und lebendigen Art frischen Wind in den Alltag bringt. Dave hingegen ist der Leiter der Einrichtung. Er kennt sich mit den Menschen, für die er verantwortlich ist, kaum aus, legt dafür umso mehr Wert auf Regeln und Vorschriften. Carlos wiederum hat eine schwierige Vergangenheit und findet schließlich in der Arbeit mit den Menschen in der Einrichtung eine Aufgabe, die seinem Leben eine neue Richtung gibt.
Besonders gelungen finde ich, dass Brown die unterschiedlichen Figuren aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei passt er die Erzählweise an die jeweilige Person an und wechselt zwischen Ich-Perspektive und personaler Perspektive. So bekommt jede Figur ihre eigene Stimme und Persönlichkeit. Auch sprachlich hat mir der Roman gut gefallen. Trotz der teilweise ernsten Themen enthält er immer wieder eine Prise Humor und bleibt dadurch angenehm zu lesen.
Das Buch regt aber vor allem zum Nachdenken an und öffnet die Augen. Es zeigt, wie falsch die Vorstellung ist, Menschen mit Einschränkungen seien weniger intelligent oder nicht fähig zu kommunizieren. Nur weil jemand nicht sprechen kann, bedeutet das nicht, dass er nichts zu sagen hat. Häufig sind nicht die Menschen selbst das Problem, sondern wir, weil wir uns vom ersten Eindruck leiten lassen und nicht die nötige Zeit und Geduld aufbringen, ihre Form der Kommunikation zu verstehen.
Deshalb halte ich den Roman auch für eine gute Schullektüre. Er behandelt wichtige Themen wie Inklusion, Vorurteile und Kommunikation und regt dazu an, die eigene Sichtweise zu hinterfragen. Gleichzeitig bieten die unterschiedlichen Erzählperspektiven interessante Möglichkeiten für den Deutschunterricht.
In seinem Debütroman erzählt er von mehreren Menschen, die in einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung aufeinandertreffen. Durch seinen eigenen Hintergrund gelingt es ihm, einen besonders authentischen und tiefgehenden Einblick in die Lebenswelt seiner Figuren zu geben.
Eine der Hauptfiguren ist Walter, Woodys Alter Ego. Er ist ein nicht-sprechender Autist und nimmt die Welt auf eine ganz eigene Weise wahr. Daneben lernen die Leserinnen und Leser unter anderem Tom kennen, der aufgrund einer Zerebralparese im Rollstuhl sitzt und weder seinen Körper noch seine Sprache vollständig kontrollieren kann. Der Roman konzentriert sich jedoch nicht ausschließlich auf die sogenannten „Klienten“. Auch die Betreuer bekommen viel Raum und werden als Menschen mit eigenen Geschichten und Problemen dargestellt.
Da ist beispielsweise Ann, eine Studentin, die nur über den Sommer in der Einrichtung arbeitet und mit ihrer offenen und lebendigen Art frischen Wind in den Alltag bringt. Dave hingegen ist der Leiter der Einrichtung. Er kennt sich mit den Menschen, für die er verantwortlich ist, kaum aus, legt dafür umso mehr Wert auf Regeln und Vorschriften. Carlos wiederum hat eine schwierige Vergangenheit und findet schließlich in der Arbeit mit den Menschen in der Einrichtung eine Aufgabe, die seinem Leben eine neue Richtung gibt.
Besonders gelungen finde ich, dass Brown die unterschiedlichen Figuren aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dabei passt er die Erzählweise an die jeweilige Person an und wechselt zwischen Ich-Perspektive und personaler Perspektive. So bekommt jede Figur ihre eigene Stimme und Persönlichkeit. Auch sprachlich hat mir der Roman gut gefallen. Trotz der teilweise ernsten Themen enthält er immer wieder eine Prise Humor und bleibt dadurch angenehm zu lesen.
Das Buch regt aber vor allem zum Nachdenken an und öffnet die Augen. Es zeigt, wie falsch die Vorstellung ist, Menschen mit Einschränkungen seien weniger intelligent oder nicht fähig zu kommunizieren. Nur weil jemand nicht sprechen kann, bedeutet das nicht, dass er nichts zu sagen hat. Häufig sind nicht die Menschen selbst das Problem, sondern wir, weil wir uns vom ersten Eindruck leiten lassen und nicht die nötige Zeit und Geduld aufbringen, ihre Form der Kommunikation zu verstehen.
Deshalb halte ich den Roman auch für eine gute Schullektüre. Er behandelt wichtige Themen wie Inklusion, Vorurteile und Kommunikation und regt dazu an, die eigene Sichtweise zu hinterfragen. Gleichzeitig bieten die unterschiedlichen Erzählperspektiven interessante Möglichkeiten für den Deutschunterricht.