Ein wichtiges Thema
Das Buch hat mir richtig gut gefallen - eigentlich. Es geht um Menschen mit Behinderung, ihre Wahrnehmung von der Welt und ihrem Umfeld, aber auch andersherum um die Menschen, die sich täglich mit ihnen befassen und was sie glauben was in ihren Schützlingen vorgeht. Und auch eine aussenstehende, beobachtende Stimme kommt zu Wort. Viele verschiedene Facetten beleuchten hier das Leben in und um die Betreuungseinrichtung Upward Bound, in dem die Schützlinge, je nachdem aus welcher Perspektive betrachtet, tagsüber fürsorglich gepflegt und mit Aktivitäten unterhalten, werden, oder auch nur geparkt, mit immer gleichen Abläufen gelangweilt und somit unterfordert werden. Es ist spannend zu lesen, wie die unterschiedlichen Sichtweisen aufeinanderprallen und dieselbe Szene völlig unterschiedlich interpretieren. Aber es gibt auch Momente, in denen tatsächlich ein echter Austausch stattfindet, in denen wirklich zugehört, hingeschaut und mitgedacht wird. Mehr als einmal musste ich pausieren und mich sammeln, da viel Szenen neben einem Wiedererkennungswert auch einen bitteren Beigeschmack hatten und wirklich unter die Haut gingen. Gleichzeitig gab es witzige und herzergreifende Szenen, die einfach schön waren. Zudem hat mir der oft zynische und somit leider äusserst passende Ton sehr gut gefallen. Wenn dieses Buch hilft, ein grösseres Bewusstsein zu schaffen für die Situation vieler besonderer Mitmenschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, die oft missverstanden, abgeschoben und unterschätzt werden, ist das eine Bereicherung.
Leider wird das Buch aber auch durch eine große Diskussion um die Urheberschaft überschattet - hat Woody Brown das Buch wirklich selbst geschrieben oder war es nicht doch seine Mutter? Die Methode der gestützten Kommunikation, bei der eine zweite Person eine Buchstabentafel hält und die gezeigten Lettern nachspricht/-schreibt, ist absolut umstritten und widerlegt, und somit ist fraglich ob die Gedanken wirklich Woodys sind oder ob seine Mutter ihre eigenen Gedanken hineininterpretiert hat und Woody lediglich als Aushängeschild benutzt. Leider kann ich das nicht beurteilen - immerhin hat Woody einen Uni-Abschluss erreicht, da denke ich mir es muss doch geprüft worden sein dass wirklich er selbst der Verfasser ist. Andererseits verstehe ich nicht warum gerade hier nicht die moderne unterstützte Kommunikation genutzt wurde, die tatsächlich genau das wiedergibt was die Person eingegeben hat, da keine Zweitperson dazwischen steht. Es ist sehr schade, dass das Buch durch diesen Umstand derart ins Kreuzfeuer geraten ist, was sicher vermeidbar gewesen wäre. Andererseits kann man sich fragen, ob der Aufruhr bewusst in Kauf genommen wurde, denn auch schlechte Werbung ist Werbung für das Buch.
Letztlich möchte ich daher das Buch für sich bewerten und nicht wie viele andere groben Punktabzug geben weil das Ganze vielleicht ein Fake sein könnte. Und ich fand die Geschichte wirklich beeindruckend und aufrüttelnd.
Leider wird das Buch aber auch durch eine große Diskussion um die Urheberschaft überschattet - hat Woody Brown das Buch wirklich selbst geschrieben oder war es nicht doch seine Mutter? Die Methode der gestützten Kommunikation, bei der eine zweite Person eine Buchstabentafel hält und die gezeigten Lettern nachspricht/-schreibt, ist absolut umstritten und widerlegt, und somit ist fraglich ob die Gedanken wirklich Woodys sind oder ob seine Mutter ihre eigenen Gedanken hineininterpretiert hat und Woody lediglich als Aushängeschild benutzt. Leider kann ich das nicht beurteilen - immerhin hat Woody einen Uni-Abschluss erreicht, da denke ich mir es muss doch geprüft worden sein dass wirklich er selbst der Verfasser ist. Andererseits verstehe ich nicht warum gerade hier nicht die moderne unterstützte Kommunikation genutzt wurde, die tatsächlich genau das wiedergibt was die Person eingegeben hat, da keine Zweitperson dazwischen steht. Es ist sehr schade, dass das Buch durch diesen Umstand derart ins Kreuzfeuer geraten ist, was sicher vermeidbar gewesen wäre. Andererseits kann man sich fragen, ob der Aufruhr bewusst in Kauf genommen wurde, denn auch schlechte Werbung ist Werbung für das Buch.
Letztlich möchte ich daher das Buch für sich bewerten und nicht wie viele andere groben Punktabzug geben weil das Ganze vielleicht ein Fake sein könnte. Und ich fand die Geschichte wirklich beeindruckend und aufrüttelnd.