Einblick in die Gefühlswelt eines autistischen Menschen
Das Besondere des Autoren Woody Brown ist, dass bei ihm Autismus diagnostiziert wurde und er nicht sprechen kann. Dennoch hat er es geschafft an der University of California ein Studium erfolgreich zu absolvieren. Dank seiner engagierten Eltern, insbesondere seine Mutter, die zwischenzeitlich sogar ihren Beruf aufgegeben hat um ihn individuell zu fördern, ist es gelungen, dass er sich mit Hilfe einer Buchstabiertafel verständigen kann. Nun ist sein erstes Buch erschienen, indem er auch seine eigenen Erlebnisse verarbeitet. Der Autor nimmt uns mit in die Tagesstätte Upward Bound in der erwachsene, autistische Menschen leben. Woody Brown verkörpert dort die Figur Walter. Der Blick hinter die Kulissen der Tagesstätte zeigt auf, dass man bestenfalls von einer Verwahranstalt sprechen kann, eine Förderung der Menschen findet nicht statt. Das bestätigt auch die Sicht von Walter, der sich selbst als Insasse sieht, während die Einrichtung von Schützlingen spricht. Der Autor hat einen einfühlsamen aber auch stellenweise humorvollen Schreibstil. Er hat mir mal wieder bewusst gemacht, dass jeder Mensch Talente besitzt, und man denjenigen, die durch die unterschiedlichsten Behinderungen beeinträchtigt sein können, respektvoll begegnet. Ein wichtiges Buch, dem ich viele Leser wünsche.