Gute Grundidee, aber leider sehr unglaubwürdig

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chaosbaerchen Avatar

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Die Leseprobe fand ich wirklich faszinierend und ich habe mich sehr gefreut, als ich das Buch gewonnen habe.

Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch – umso größer war leider die Enttäuschung beim Lesen. Ich habe das Buch nach etwa 50 Seiten abgebrochen, es machte mir keinen Spaß, weil ich immer mehr Zweifel bekam.

Mein größtes Problem mit dem Buch ist die Authentizität. Die Kommunikation über die Buchstabentafel wirkte auf mich von Beginn an sehr zweifelhaft. Die dahinter steckende Facilitated Communication (FC) ist sehr umstritten. Beim Lesen entstand bei mir immer stärker das Gefühl, dass hier nicht der Autor selbst spricht, sondern primär die Weltsicht und die Worte der Mutter wiedergegeben werden. Vieles wirkt extrem konstruiert und entspringt offensichtlich rein der Fantasie – von wem auch immer der Text letztlich stammt.

Besonders störend fand ich, dass der Autor meint, die Gedanken, Träume und Empfindungen anderer Mitbewohner im Heim „erraten“ zu können, die nicht wie er kommunizieren können. Das wirkt nicht nur unauthentisch, sondern grenzt an Anmaßung. Anstatt bei der eigenen, eigentlich spannenden Perspektive zu bleiben, wird über andere geurteilt, und das in einer Sprache, die ich teilweise abstoßend fand.

FAZIT

Wer eine authentische und tiefe Lebensgeschichte erwartet hat, wird hier leider enttäuscht. Für mich war das Buch aufgrund der mangelnden Glaubwürdigkeit und des Anstrichs von Fremdbestimmung unlesbar.

Daher von mir leider keine Leseempfehlung und nur 1 von 5 Sternen.