Intensive Einblicke in eine verborgene Welt
Ich mag das Cover von „Ein ganz normales Wunder“ von Woody Brown sehr. Die Farben harmonieren wunderbar miteinander, ergänzen und wiederholen sich, aber auch das ausschnitthafte Bild passt wunderbar zum Buch, denn ein Element des Inhalts wird darüber sichtbar.
Woody Brown erzählt in seinem Roman aus dem Alltag einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung und es wird schnell deutlich, wie viele Schicksale und Leben hier aufeinander treffen. Da wird von Mitarbeitenden, aber auch „Schützlingen“ erzählt und es kommen sowohl Menschen zu Wort, die sich im Kosmos der Tagesstätte bewegen, als auch Individuen von Außerhalb.
Etwas ganz Besonderes ist die Tatsache, dass Woody Brown als erster nicht-sprechender Autist einen Abschluss an der UCLA erreicht hat und dieses Buch quasi mit „Insiderwissen“ verfassen konnte. Ich kann nicht beurteilen, wie viele autobiographische Elemente er in diesem Buch verarbeitet hat, aber die Einblicke in das Leben autistischer Menschen wirken auf mich sehr eindrücklich, sehr echt, berührend und authentisch. Dieser Umstand ist für mich auch direkt das absolute Highlight des Buches, denn ich fand es unglaublich beeindruckend und bewegend so intensiv in eine Welt eintauchen zu dürfen, zu der ich bisher absolut keinen Zugang hatte. Die Geschichte öffnet damit Augen und Herzen und kann bestimmt zu einem besseren Austausch, einem größeren Verständnis zwischen sprechenden und nicht-sprechenden, beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Menschen beitragen, was meiner Meinung nach sehr wünschenswert wäre.
Dieses Buch ist definitiv keine Wohlfühllektüre und trifft uns LeserInnen auch teilweise an schmerzhaften Stellen. Es lässt uns mitleiden, traurig den Kopf schütteln und regt zum Nachdenken, Hinfühlen und Hinterfragen an. Dadurch wartete es mit einer Tiefe auf, die mich sicherlich noch lange beschäftigen wird, aber es ist ein wertvolles, ein wichtiges Wachrütteln. Und trotz aller Ernsthaftigkeit und bedrückenden Themen, hat das Buch auch etwas Hoffnungsvolles und ich hatte Freude daran es zu lesen.
Besonders ist an diesem Buch zudem die Erzählweise, denn der Autor setzt seine Welt der Tagesstätte aus ganz verschiedenen Einblicken, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Elementen zusammen. So entsteht im ersten Moment vielleicht der Eindruck von einzelnen Kurzgeschichten über verschiedene Personen, doch durch verbindende Elemente ergibt sich immer mehr ein ganzheitliches Bild. Dieses Buch ist wie ein Puzzle und wir erhalten einzelne Teile, aus denen sich nach und nach ein ganzes Bild zusammen setzt. Dieses ist für mich sehr stimmig und rund, so dass ich das Zusammenfügen sehr genießen und berührt abschließen konnte. Auch der Umstand, das einzelne Geschichten zunächst vielleicht nicht ganz abgeschlossen wirken, passt hervorragend zur Erzählweise und bildet für mich ein sehr stimmiges Stilmittel – jene, die das Buch bereits gelesen haben, wissen bestimmt, was ich meine. Und erwähnen möchte ich noch, dass ich finde, dass sich in diesen Kosmos der Tagesstätte ganz intensiv eintauchen lässt. Woody Brown gelingt es, einen Sog zu erzeugen, der mich mit jedem Puzzleteil tiefer hat eintauchen lassen und mit der Zeit hatte ich das Gefühl, mich selber in der Umgebung dieser Menschen zu befinden – einfach toll!
„Ein ganz normales Wunder“ hat mich sehr überrascht, denn ich hatte weder mit einer solchen Intensität, noch mit so vielen tiefen und interessanten, wenn auch oft bedrückenden Einblicken gerechnet. Für mich ist das Buch daher ein absolutes Highlight und neben der persönlich erhellenden Wirkung, könnte ich mir auch vorstellen, dass dieses Buch die Fähigkeit hat, uns als Gesellschaft zu erreichen und vielleicht kleine positive Veränderungen in der Sichtbarkeit für Menschen mit Beeinträchtigung zu erwirken – ich fände das wundervoll! Allerdings ist es auch ohne „große Ziele“ einfach ein tolles Buch und ich wünsche ihm ganz viele begeisterte LeserInnen – viel Freude beim Eintauchen!
Woody Brown erzählt in seinem Roman aus dem Alltag einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderung und es wird schnell deutlich, wie viele Schicksale und Leben hier aufeinander treffen. Da wird von Mitarbeitenden, aber auch „Schützlingen“ erzählt und es kommen sowohl Menschen zu Wort, die sich im Kosmos der Tagesstätte bewegen, als auch Individuen von Außerhalb.
Etwas ganz Besonderes ist die Tatsache, dass Woody Brown als erster nicht-sprechender Autist einen Abschluss an der UCLA erreicht hat und dieses Buch quasi mit „Insiderwissen“ verfassen konnte. Ich kann nicht beurteilen, wie viele autobiographische Elemente er in diesem Buch verarbeitet hat, aber die Einblicke in das Leben autistischer Menschen wirken auf mich sehr eindrücklich, sehr echt, berührend und authentisch. Dieser Umstand ist für mich auch direkt das absolute Highlight des Buches, denn ich fand es unglaublich beeindruckend und bewegend so intensiv in eine Welt eintauchen zu dürfen, zu der ich bisher absolut keinen Zugang hatte. Die Geschichte öffnet damit Augen und Herzen und kann bestimmt zu einem besseren Austausch, einem größeren Verständnis zwischen sprechenden und nicht-sprechenden, beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Menschen beitragen, was meiner Meinung nach sehr wünschenswert wäre.
Dieses Buch ist definitiv keine Wohlfühllektüre und trifft uns LeserInnen auch teilweise an schmerzhaften Stellen. Es lässt uns mitleiden, traurig den Kopf schütteln und regt zum Nachdenken, Hinfühlen und Hinterfragen an. Dadurch wartete es mit einer Tiefe auf, die mich sicherlich noch lange beschäftigen wird, aber es ist ein wertvolles, ein wichtiges Wachrütteln. Und trotz aller Ernsthaftigkeit und bedrückenden Themen, hat das Buch auch etwas Hoffnungsvolles und ich hatte Freude daran es zu lesen.
Besonders ist an diesem Buch zudem die Erzählweise, denn der Autor setzt seine Welt der Tagesstätte aus ganz verschiedenen Einblicken, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Elementen zusammen. So entsteht im ersten Moment vielleicht der Eindruck von einzelnen Kurzgeschichten über verschiedene Personen, doch durch verbindende Elemente ergibt sich immer mehr ein ganzheitliches Bild. Dieses Buch ist wie ein Puzzle und wir erhalten einzelne Teile, aus denen sich nach und nach ein ganzes Bild zusammen setzt. Dieses ist für mich sehr stimmig und rund, so dass ich das Zusammenfügen sehr genießen und berührt abschließen konnte. Auch der Umstand, das einzelne Geschichten zunächst vielleicht nicht ganz abgeschlossen wirken, passt hervorragend zur Erzählweise und bildet für mich ein sehr stimmiges Stilmittel – jene, die das Buch bereits gelesen haben, wissen bestimmt, was ich meine. Und erwähnen möchte ich noch, dass ich finde, dass sich in diesen Kosmos der Tagesstätte ganz intensiv eintauchen lässt. Woody Brown gelingt es, einen Sog zu erzeugen, der mich mit jedem Puzzleteil tiefer hat eintauchen lassen und mit der Zeit hatte ich das Gefühl, mich selber in der Umgebung dieser Menschen zu befinden – einfach toll!
„Ein ganz normales Wunder“ hat mich sehr überrascht, denn ich hatte weder mit einer solchen Intensität, noch mit so vielen tiefen und interessanten, wenn auch oft bedrückenden Einblicken gerechnet. Für mich ist das Buch daher ein absolutes Highlight und neben der persönlich erhellenden Wirkung, könnte ich mir auch vorstellen, dass dieses Buch die Fähigkeit hat, uns als Gesellschaft zu erreichen und vielleicht kleine positive Veränderungen in der Sichtbarkeit für Menschen mit Beeinträchtigung zu erwirken – ich fände das wundervoll! Allerdings ist es auch ohne „große Ziele“ einfach ein tolles Buch und ich wünsche ihm ganz viele begeisterte LeserInnen – viel Freude beim Eintauchen!