Interessanter Blickwinkel

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nicoletta Avatar

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Der Roman „Ein ganz normales Wunder“ zeigt einen, für mich und vermutlich die meisten Leser, vollkommen neuen Blickwinkel auf Lebensformen, die mir im Alltag wenig begegnen.
Und genau darum geht es auch. Man lernt die Gedanken(gänge) von Menschen kennen, die in den meisten Fällen leider am Rande unserer Gesellschaft leben. Dem Autor gelingt es diese Menschen in den Mittelpunkt zu rücken und gibt ihnen eine Bühne. Das hat mir sehr gefallen und mich zum nachdenken angeregt. Ein wirklich berührendes Buch, dass auch mit Vorurteilen aufräumt bzw. zeigt, dass nur, weil man sich nicht (gut) artikulieren kann wie die meisten Anderen, bedeutet das nicht dass man nicht denken oder fühlen kann. Je mehr man sich damit auseinandersetzt, desto mehr wird klar, wie weit der Weg von Integration und Menschenwürde in vielen Fällen noch gegangen werden muss.
Vorab las ich darüber, dass es unklar ist, ob der Autor als nonverbaler Autist wirklich in der Lage ist dieses Buch geschrieben zu haben. Ich fand diesen Gedankengang alleine schon respektlos und finde auch, dass es der Qualität dieses Buches überhaupt keinen Abbruch tut. Eigentlich zeigt es genau das, was im Buch schon beschrieben wird. Das Menschen und ihre Fähigkeiten oft unterschätzt werden und sehr schnell geurteilt wird.
Ein empfehlenswertes Buch, wenn man mal über den Tellerrand schauen möchte. Nur das Ende war mir ein wenig zu abrupt.