Kein Roman, sondern Momente

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duckyputz Avatar

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Für mich ist das kein Roman, sondern eine lose Sammlung von Episoden aus einem Leben, die man notdürftig zusammengebunden hat. Es gibt keinen Spannungsbogen, keine Entwicklung, die über eine einzelne Szene hinausträgt – man liest ein Stück aus dem Alltag, dann das nächste, und am Ende hat man viele kleine Momentaufnahmen gesehen, aber keine Geschichte, die sich zu etwas Ganzem fügt. Dafür fehlt fast vollständig die erzählerische Klammer.
Der Ton hat mich die ganze Zeit unsicher gemacht. Mal liest sich der Text kindlich-einfach, dann wieder, als würde er unbedingt lässig und "cool" wirken wollen, eine Coolness, die aber aufgesetzt wirkt statt gewachsen. Diese beiden Register wechseln sich ab, ohne dass ich je den Eindruck hatte, hier spricht eine konsistente, eigene Stimme. Es wirkt eher, als würde ständig neu ausprobiert, wie das Buch klingen soll.
Am meisten hängengeblieben sind bei mir die Beschreibungen der Menschen. Sie sind teilweise reduziert auf ein, zwei auffällige Merkmale, mit denen eine Figur dann quasi abgehakt ist. Statt dass sich daraus im Lauf des Buches etwas entwickelt, bleibt es bei dieser ersten, plakativen Einordnung. Das wirkt seltsam distanziert für ein Buch, das doch eigentlich näher an seine Figuren heranwill. Unterm Strich: Einzelne Episoden, kein Roman. Und diese Episoden tragen für sich genommen nicht genug, um über die unentschlossene Erzählstimme und die dünn gezeichneten Figuren hinwegzutrösten. Ich hatte mir mehr erwartet und habe einfach nicht richtig in diese Welt hineingefunden.