Perspektivwechsel
Wie nah bin ich wirklich an der Realität der Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen, als Teil des Autismus Spektrums? Weiß ich wirklich, was in ihnen vorgeht und habe ich mir vorher Gedanken gemacht, wie sie ihren Alltag bewältigen? Um ehrlich zu sein: nein. Jedenfalls nicht so, dass ich mir anmaßen könnte nachzuempfinden, wie es sein muss, wenn der Geist einwandfrei funktioniert und der Körper es leider nicht tut. Wenn Sprache zur unüberwindbaren Barriere wird und selbst Mimik und Gestik dich im Stich lassen. Wenn dein Alltag in einer gesonderten Einrichtung mehr einer lieblosen ABM gleicht als einer zielgerichteten Förderung. Das alles wird hier grandios geschildert von einem Autor, der selbst ein nicht-sprechender Autist ist und sich seinen Weg zum Uni Abschluss erkämpft hat.
„Ein ganz normales Wunder“ begleitet sowohl Betroffene, als auch Begleitende durch ihren Alltag in einer Tagesstätte, die bereits bessere Zeiten gesehen hat. Carlos ist ein Pfleger, der seinesgleichen sucht, wenn auch seine Reise dorthin alles andere als geplant war. Tom hat sich in eine Studentin verguckt, die den Sommer über aushilft und Walter hadert mit seinem weiteren Lebensweg.
Jede geschilderte Perspektive, die der Leser in den einzelnen Kapiteln einnimmt, hat ihren Reiz. Die erzeugte Nähe ist teilweise erdrückend, vor allem bei den Betroffnen selbst, denn diese Sicht bleibt meist für Außenstehende ungesehen. Aber auch das Personal hat seine Päckchen zu tragen und so ergänzen sich beide Seiten auf eine traurige, emotionale Art und Weise. Der Schreibstil ist leicht, aber gerade diese Innensicht ohne Worte nach außen ist schon schwere Kost. Ein Roman, der aufweckt, erklärt und dadurch auch verbindet. Vor allem auch unter der Prämisse, dass sie aus einer ganz besonderen Feder stammt.
„Ein ganz normales Wunder“ begleitet sowohl Betroffene, als auch Begleitende durch ihren Alltag in einer Tagesstätte, die bereits bessere Zeiten gesehen hat. Carlos ist ein Pfleger, der seinesgleichen sucht, wenn auch seine Reise dorthin alles andere als geplant war. Tom hat sich in eine Studentin verguckt, die den Sommer über aushilft und Walter hadert mit seinem weiteren Lebensweg.
Jede geschilderte Perspektive, die der Leser in den einzelnen Kapiteln einnimmt, hat ihren Reiz. Die erzeugte Nähe ist teilweise erdrückend, vor allem bei den Betroffnen selbst, denn diese Sicht bleibt meist für Außenstehende ungesehen. Aber auch das Personal hat seine Päckchen zu tragen und so ergänzen sich beide Seiten auf eine traurige, emotionale Art und Weise. Der Schreibstil ist leicht, aber gerade diese Innensicht ohne Worte nach außen ist schon schwere Kost. Ein Roman, der aufweckt, erklärt und dadurch auch verbindet. Vor allem auch unter der Prämisse, dass sie aus einer ganz besonderen Feder stammt.