Rührend!

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Woody Browns Roman „Ein ganz normales Wunder“ ist ein außergewöhnliches, berührendes und insgesamt sehr lesenswertes Buch. Der Autor, der selbst Autist ist, erzählt von Menschen mit Behinderung, ihren individuellen Fähigkeiten, Gefühlen und Schicksalen in einer Tagesstätte. Dabei macht er eindrucksvoll sichtbar, wie oft ihnen von der Gesellschaft zu wenig zugetraut wird. Wir haben in der Verwandschaft selbst eine Person gehabt, die aus unterschiedlichen Beweggründen aufgrund ihrer Behinderung klein gehalten wurde, weswegen mich die Geschichte sehr berührt im positiven. Die Handlung setzt sich aus mehreren kürzeren Geschichten zusammen, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden und sich nach und nach zu einem eindringlichen Gesamtbild verbinden. Gerade diese Vielstimmigkeit verleiht dem Roman große Tiefe und ermöglicht einen sehr persönlichen Zugang zu den Figuren. Browns Schreibstil ist einfühlsam, ruhig und zugleich erstaunlich klar. Er berührt, ohne kitschig zu wirken, und regt zum Nachdenken über Normalität, Selbstbestimmung und Menschlichkeit an. Das zurückhaltend gestaltete Cover passt gut zur sensiblen Thematik und macht neugierig, ohne zu viel vorwegzunehmen. Ein wichtiges, warmherziges Buch, das noch lange nachwirkt und eine klare Leseempfehlung verdient.