Stimmt nachdenklich

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siwel Avatar

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Der Roman von Woody Brown stimmt nachdenklich. Warum? Wie ist es wohl, wenn man zwar alles versteht, sich aber selbst nicht ordentlich artikulieren kann. Woody Brown ist ein authistischer junger Mann, der seinen Alltag in einer Tagesstätte für Menschen mit Behinderungen verbringt. Hier wird mehr verwahrt als beschäftigt, geschweige denn gefördert. Klar schildert Woody wie hilflos die Betreuer oftmals ihren Behinderungen gegenüber sind wegen mangelnder Ausbildung. Sie wissen teilweise noch nicht einmal wer mit welcher Behinderung überhaupt zu was fähig ist. Woody z.B. betrachtet die Menschen aus einem ganz anderen Blickwinkel als wir, beobachtet, hat seine eigenen Gedanken zu jedem. Genau diese Eindrücke haben das Buch für mich so interessant gemacht. Vieles von diesen Dingen fällt uns überhaupt nicht mehr auf. Wir nehmen uns die Zeit dafür erst gar nicht über etwas noch nachzudenken da wir in unserer Sichtweise ziemlich eingefahren sind und alles immer schnell gehen muss. Toll fand ich die Beschreibungen in der Tagesstätte, besonders auch die aus den Augen von anderen Mitbewohnern oder Pflegern sowie dem Leiter der Tagesstätte. Irgendwie habe ich so einen Bezug zu allen Beteiligten hier gefunden und fühlte mich mitten dabei. Das ist sonst eher selten der Fall. Mich konnte das Buch emotional sehr aufrütteln. Ich werde in Zukunft Menschen mit Behinderungen mit anderen Augen betrachten, mehr Verständnis und Respekt zeigen. Es wäre wünschenswert wenn Betreuer in solchen Tagesstätten eine bessere Ausbildung vorweisen müssten um den Menschen dort mehr Perspektiven bzw. Förderung bieten zu können. Man sieht an Woody, dass es machbar ist.

Ein Roman, der aufrüttelt, nachdenklich stimmt und einige Menschen ihre eingefahrenen Sichtweisen überdenken lässt.