Was dieser Roman und sein Autor leisten

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laurasleseliebe Avatar

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Ich hätte nie gedacht, dass mich ein Buch über eine Tagesstätte so fesseln würde. Aber Brown schreibt ohne Sentimentalität und ohne den erhobenen Zeigefinger, den man bei diesem Thema fast erwartet. Und genau das macht den Unterschied.
Die drei Hauptfiguren, Carlos, Tom und Walter, hätten in anderen Händen leicht zu Typen werden können, zu Stellvertretern für bestimmte Schicksale. Brown lässt das nicht zu. Jeder von ihnen hat Ecken, Widersprüche, Momente, in denen man ihnen nicht recht geben kann. Das fühlt sich ehrlich an.
Was mich zusätzlich nicht losgelassen hat: dass dieser Roman von jemandem stammt, der selbst nicht sprechen kann. Brown kommuniziert über ein Gerät, hat trotzdem einen Master in Creative Writing an der Columbia abgeschlossen.Mit Auszeichnung. Das verändert den Blick auf jede Seite. Nicht weil man das Buch anders lesen müsste, sondern weil man merkt, was Sprache bedeuten kann, wenn man sie sich auf ganz anderem Weg erarbeitet hat.
Ein Buch, das ich nicht so schnell vergessen werde.