Zwischen Wunder und Realität

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Das zweite Buch im Rahmen der Aktion „Deutschland liest ein Buch“ ist ein ganz besonderes. Autor des Romans ist der erste, nicht-sprechende Autist Woddy Brown, dem ein Universitätsabschluss an der University of California gelungen ist. Der Weg dorthin war steinig und sicherlich auch nur durch die unermüdliche Unterstützung und Förderung seiner Eltern möglich.

In dem Buch berichtet er jedoch nicht nur davon, sondern schildert vor allem seine Sicht über den Alltag in der Tagespflege für Menschen mit Behinderung.

Dabei fällt auf, dass das Personal und insbesondere der Chef von Temple Garden, über erschreckend wenig fachliche Kompetenz verfügen. Gleichzeitig erweisen sich darunter einige von ihnen dennoch als echte Glücksgriffe für die Klienten.

Woody widmet vielen von ihnen ein ganzes Kapitel und einzelne, damit verbundene Anekdoten. Die einen sind lustig, die anderen eher sentimentaler Natur und bilden in erster Linie viele verschiedene Persönlichkeiten ab.

Er selbst kann nur mittels Buchstabentafeln mit seiner Umwelt kommunizieren, in einer Form, die offenbar nur seine Mutter versteht. Sie fungiert als seine Übersetzerin und daher lässt sich für mich nicht beurteilen, ob und inwieweit sie dadurch auch Einfluss auf die Entstehung des Textes für diesen Roman genommen hat.

Hier muss sich jeder sein eigenes Bild machen.

Anfangs habe ich zumindest ein wenig Zeit gebraucht, um zu verstehen, welche Geschichte der Autor in dem Buch erzählen eigentlich möchte. Nach einem Aha-Moment- oder besser gesagt…Kapitel- konnte ich es dann um so besser nachvollziehen.

Wem auch der Einstieg schwerfällt, sollte der Geschichte also definitiv ein bisschen Zeit geben!

Was ich aus dem Roman am Ende mitnehme, geht weit über die geschilderten Schicksale der darin auftauchenden Personen hinaus. Vielmehr beschäftigt mich, dass eine eine faire und vollständige Inklusion wedereinfach noch selbstverständlich ist. Sie hängt von vielen Faktoren ab und scheint vor allem auch abhängig vom Geldbeutel zu sein.

Ein interessanter und zugleich ernüchternder Roman über unsere Gesellschaft!