Abschied nehmen

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meerblick Avatar

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Eliot ist seit etwa vierzig Jahren mit Claire verheiratet. Sie haben zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn, die beide erwachsen sind und ihre eigenen Wege gehen. Als feststeht, dass Claire keine weiteren Krebstherapien in Anspruch nehmen möchte und die Ärzte die ihr verbleibende Zeit auf höchstens sechs Monate diagnostizieren, tritt sie mit einem Wunsch an ihren Ehemann heran, der ihm schlichtweg die Sprache verschlägt. Sie möchte die nächsten Tage oder im besten Falle auch Wochen mit ihren beiden Freundinnen verbringen und ihn quartiert sie kurzerhand aus. Grübelnd nach vermeintlichen Ursachen für diese strikte Absage an Fürsorge und gemeinsam zu verbringender Zeit, lässt Eliot die Vergangenheit Revue passieren, fügt sich aber in sein Schicksal, ohne Claire ganz aufzugeben.
Ann Packer liefert mit ‘Ein unerhörter Wunsch‘ einen Roman, der tief unter die Haut geht, der unzählige Fragen stellt und auf Antworten wartet. Die Geschichte ist aus der Sicht von Eliot geschrieben. Seine Sehnsüchte, Ängste, seine Wut und Hilflosigkeit begleiten ihn bei Tag und Nacht. Jede inszenierte Ablenkung findet nicht die gewünschte Wirkung. Seine Gedanken und Gefühle stehen im Mittelpunkt, stimmen nachdenklich, wecken Emotionen. Ist der unerhörte Wunsch als ein unfassbarer, völlig absurder Wunsch zu verstehen oder als Aufforderung, die Bitte zu überhören, weil Claires Krankheit sie sicherlich auch psychisch belastet und will sie ihren Mann gar schonen?
Ein Roman, der sich mit einem schwerwiegenden Thema beschäftigt und tiefgründig analysiert, zeigt, mit welch unvorhersehbaren Situationen man sich auseinandersetzen muss.