Bis das der Tod euch scheidet

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jidewi Avatar

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So versprechen wir es uns, wenn wir einen Partner finden und den Weg der Ehe einschlagen und es dann sogar offiziell vor allen aussprechen. Was als Floskel beginnt, verändert sich, wenn es Realität wird. Wenn auf einmal als langfristigen Plänen kurzfristige Ungewissheit wird, wie viel Zeit einem noch bleibt. Und wie wollen wir diese verbringen, wenn wir wissen, dass uns zu wenig davon bleibt? Und wer begleitet uns auf diesem Weg, der viele schwere Etappen mit sich bringen wird?

Diese Fragen stellt sich Eliot, als bei seiner Claire nach langer Erkrankung feststeht, dass keine weitere Therapie den Tod verhindern wird. 40 Jahre teilen sie ein Leben, Kinder, ein Zuhause. Eliot bereitet sich auf den letzten Abschnitt vor, als Claire schließlich äußert, dass ihre Freundinnen ihre letzten Wegbegleiter sein sollen.

Der Roman von Ann Packer hat es wirklich in sich. Hatte ich erwartet, dass wir auch Claire aus ihrer Sicht begleiten, bleibt die Erzählperspektive komplett bei Eliot. Der Leser durchlebt das komplette Gefühlschaos, das Auf und das Ab, die Widersprüche, die hässliche Seite der Krankheit und zugleich viele wertvolle Momente, Gespräche, Intimitäten. Der Leser erlebt einen Mann, der alles richtig machen will und mit der Entscheidung seiner Frau hadert, aber darf er hadern, wenn es doch der letzte Wunsch seiner Frau ist, die er in- und auswendig kennt? Es ist kein leichter Roman, sondern einer, der beschäftigt, sich nicht scheut auch anstrengend zu sein, um authentisch wie möglich zu bleiben und jeder, der schon einmal einen Menschen in den Tod begleitet hat, wird sich hier wiederfinden, mit Gedanken, Worten und Taten. Sehr packend.