"Ein unerhörter Wunsch": Berührend, tiefgründig und schmerzhaft realistisch

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aschaeff Avatar

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Ann Packer beweist mit "Ein unerhörter Wunsch" erneut ihr Talent als meisterhafte Erzählerin, die auch vor schweren Themen nicht zurückschreckt – und das mit großem Erfolg.

Die Geschichte rückt Eliot in den Fokus, dessen todkranke Ehefrau Claire am Sterbebett einen schmerzhaften Wunsch äußert: Sie möchte auf ihrem letzten Weg nicht von ihm, sondern von ihren langjährigen, engen Freundinnen Michelle und Holly begleitet werden. Obwohl Eliot dem zustimmt, stürzt ihn diese Entscheidung in tiefe emotionale Konflikte. Da das Buch aus seiner Perspektive geschrieben ist, ist sein Schmerz auf jeder einzelnen Seite intensiv spürbar.

Als Leser wird man hier mit einer Vielzahl an miteinander konkurrierenden, komplexen (Paar-)Dynamiken vor dem Hintergrund einer palliativen Ausnahmesituation konfrontiert. Es geht einerseits um die Autonomie am Lebensende, andererseits um die extreme psychische und emotionale Belastung pflegender Angehöriger, die – wie in diesem Fall – zusätzlich mit einer harten Zurückweisung durch die Partnerin konfrontiert werden.

Ann Packer gelingt es meiner Meinung nach sehr gut, diese schwierigen Themen mit der notwendigen Tiefe, aber auch mit einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen, was mir sehr gut gefallen hat.

Leider fehlte mir am Ende ein wenig die Perspektive von Claire. Ich hätte ihre genauen Beweggründe für ihren Wunsch sehr gerne besser verstanden. Zudem hätte ich mir gewünscht zu erfahren, wie es mit Eliot weitergeht.

Dennoch kann ich dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist keine leichte Kost, aber ein tiefgründiges Werk, das ein enorm wichtiges Thema aus meiner Sicht sehr adäquat und authentisch behandelt.