Ein wahrhaft unerhörter Wunsch

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gisel Avatar

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Claires Krebserkrankung geht in ihre letzte Phase. Sie und ihr Mann wussten es schon lange. Fast vierzig Jahre haben sie ein gemeinsames Leben geführt, zwei Kinder großgezogen. Claire war die lebhaftere von ihnen beiden, Eliot stand immer ein bisschen in ihrem Schatten. Doch immer war er an ihrer Seite, hat sie auch durch die Jahre ihrer Krebsbehandlung begleitet und geht davon aus, dass er das bis zu ihrem letzten Tag machen wird. Doch Claire hat andere Pläne: Nicht er soll sie in ihren letzten Tagen täglich begleiten, sondern ihre Freundinnen Holly und Michelle.

Dieser Roman erzählt über das, was Liebe von Menschen fordert bis zur letzten Konsequenz. Denn Claire liebt ihren Mann, er liebt sie. Und doch, was ist es, was sie dazu bringt, die letzten Tage mit ihren Freundinnen verbringen zu wollen? Es ist zunächst eine echte Kränkung, was sie von ihm verlangt. - Mir ist es bis zum Schluss nicht wirklich gelungen, diese Entscheidung nachzuvollziehen. Es gab Erklärungen dazu, Emotionen kochen hoch, und doch bleibt mir Claires Entscheidung fremd. So einfühlsam die Geschichte erzählt wird, mit dieser Entscheidung hatte ich von Anfang bis Ende meine Probleme. Denn diese Entscheidung verhindert m.E. die Trauer, die es braucht, um von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen, und zwar für beide Eheleute. Insofern kann ich den Grundgedanken dieses Buches zwar zur Kenntnis nehmen, er bleibt mir dennoch fern, und auch die Geschichte will mich nicht wirklich berühren. Ich weiß eines: Dies wäre nicht mein Weg. Doch Menschen sind unterschiedlich, und so mancher Leser wird einen besseren Zugang zu diesem Buch finden.

Mit diesem Roman eines Abschieds bin ich nicht wirklich warm geworden. So berührend die Geschichte erzählt ist, kann ich das Buch dennoch nur bedingt weiter empfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.