Freundschaft, Krankheit und die Frage nach echter Nähe

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Das Cover hat mich gleich angesprochen und war der Grund, warum ich zu diesem Buch gegriffen habe. Optisch also ein Volltreffer. Schon vom Cover her habe ich mir eine wunderbare Geschichte über platonische Liebe und Fürsorge erhofft.
Inhaltlich geht es um Claire, die schwer krank ist und sich in ihrer letzten Lebensphase mehr Nähe zu ihren Freundinnen wünscht als zu ihrem Ehemann Eliot. Ein Thema, das mich sehr gereizt hat: Krankheit, Fürsorge und vor allem platonische Liebe als Gegenpol zur romantischen Beziehung. Genau das hat mich neugierig gemacht.
Leider wurde meine Erwartung nicht erfüllt. Die Geschichte wird komplett aus Eliots Perspektive erzählt, wodurch Claires Gefühlswelt für mich fast komplett unzugänglich blieb. Ich konnte weder mit Eliot noch mit Claire wirklich mitfühlen und habe oft nicht verstanden, worauf Claires Bemerkungen im Laufe des Buches eigentlich hinauswollten. Auch die Kinder bleiben blass, der Sohn Josh wirkt fast apathisch, die Tochter Abby seltsam übergriffig. Die Freundinnen Michelle und Holly waren für mich noch am greifbarsten, aber auch sie werden nur durch Eliots Filter gezeigt, der ihnen im Grunde die gesamte Schuld an den Kommunikationsproblemen in seiner Ehe zuschiebt. Ihre eigene Sicht fehlt komplett. Und ich denke hier wäre dem Buch sehr zugetan - würde jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Figur erzählt werden.
Der Schreibstil selbst liest sich angenehm und flüssig. Für mich war eher der Spannungsbogen unpassend: Über weite Strecken passiert wenig, bevor gegen Ende plötzlich alles überstürzt zusammenkommt.

Fazit: Ein Buch, das ich schnell durchgelesen habe, das mich aber leider bis zum Schluss nicht richtig berührt hat. Mir fehlte die emotionale Verbindung zu den Figuren, besonders zu Claire. Positiv ist, dass eine schwere Krankheit im Endstadium nicht schöngeredet wird - das finde ich sehr wichtig. Leserinnen und Leser, die sich einen einfühlsamen Perspektivwechsel wünschen, werden aber enttäuscht sein.