Liebe am Lebensende
Das Cover von „Ein unerhörter Wunsch“ gefällt mir rein optisch wirklich gut, es harmoniert jedoch wenig mit der Geschichte, es kontrastiert diese eher oder zeigt eine nostalgische Erinnerung der Hauptcharaktere. Ich kann gut mit dieser Wahl leben, noch mehr hätte ich jedoch eine andere und zur aktuellen Situation in der Geschichte passende Gestaltung geschätzt.
Das Buch erzählt von Claire und Eliot, die ihr Leben seit 40 Jahren gemeinsam bestreiten, gemeinsam durch Höhen, Tiefen und durch Claires Krankheit gegangen sind. Doch nun, als sich das Lebensende für Claire ankündigt, äußert sie einen völlig unerwarteten Wunsch: sie möchte sich in ihren letzten Lebenswochen von ihren beiden besten Freundinnen begleiten lassen und nicht von ihrem Ehemann. Dieser Wunsch stellt alles in Frage und sorgt für viel Wirbel…
Ann Packer erzählt diese Geschichte auf unaufgeregte, leise und feinfühlige Weise, was mir sehr gefallen hat. In der aufwühlenden Phase rund um Claires Lebensende findet sie Worte, die die Dramatik der Situation eindrücklich erlebbar machen, die jedoch ohne Pomp oder Effekthascherei auskommen. Ich konnte sehr intensiv mitfühlen und die Emotionen gut nachvollziehen. Einzig schwierig für mich auszuhalten und auch nicht ganz stimmig war, dass Eliot teilweise sowohl von seiner Frau, als auch von anderen Charakteren nicht gut bzw. respektlos behandelt wurde. Das ist mir unangenehm aufgestoßen und hatte in der Geschichte für mein Empfinden eigentlich keinen angemessenen Platz.
Eliot ist mir als Charakter sehr sympathisch und angenehm, ich schätze seinen absoluten Großmut, ich hätte ihn nur manchmal gerne dazu gebracht, mehr für sich einzustehen und Dinge nicht so passiv hinzunehmen. Claire dagegen wirkt auf mich oft sehr egoistisch und fordernd, wobei ich es andererseits bewundernswert finde, wie sehr sie für ihre Bedürfnisse und Wünsche einsteht. Zudem gibt es für mich Inhalte, die zu sehr oberflächlich bleiben und denen die Aufarbeitung in der Geschichte fehlt. Doch im Großen und Ganzen bin ich sehr begeistert von der Tiefe, der Ehrlichkeit und der schmerzhaften Authentizität der Geschichte. Der Autorin ist es gelungen den Rahmen so zu stecken, dass die Situation ins echte Leben eingebettet scheint und trotzdem erfahrbar wird, wie eng sich das Erleben rund um den Tod eines nahen Menschen zusammen zieht. Vor allem in dieser Hinsicht finde ich es wunderbar, dass wir das Geschehen hauptsächlich aus den Erfahrungen von Eliot heraus erleben. Dies ermöglicht ganz besondere Einblicke und ein intensives Einfühlen.
Das Ende der Geschichte kam mir leider zu plötzlich und ich hätte mir eine intensivere Ausleitung des Geschehens gewünscht, doch trotz der erwähnten Kritikpunkte möchte ich diesem Buch 4 Sterne verleihen, da ich es sehr gerne gelesen habe. Ann Packer traut sich an ein sehr schwieriges, aber so wertvolles und universelles Thema heran und hat dieses in weiten Teilen wunderbar umgesetzt, weshalb ich „Ein unerhörter Wunsch“ gerne all jenen LeserInnen empfehle, die sich an das Thema heran trauen – ich wünsche euch eine anregende und bewegende Lesezeit!
Das Buch erzählt von Claire und Eliot, die ihr Leben seit 40 Jahren gemeinsam bestreiten, gemeinsam durch Höhen, Tiefen und durch Claires Krankheit gegangen sind. Doch nun, als sich das Lebensende für Claire ankündigt, äußert sie einen völlig unerwarteten Wunsch: sie möchte sich in ihren letzten Lebenswochen von ihren beiden besten Freundinnen begleiten lassen und nicht von ihrem Ehemann. Dieser Wunsch stellt alles in Frage und sorgt für viel Wirbel…
Ann Packer erzählt diese Geschichte auf unaufgeregte, leise und feinfühlige Weise, was mir sehr gefallen hat. In der aufwühlenden Phase rund um Claires Lebensende findet sie Worte, die die Dramatik der Situation eindrücklich erlebbar machen, die jedoch ohne Pomp oder Effekthascherei auskommen. Ich konnte sehr intensiv mitfühlen und die Emotionen gut nachvollziehen. Einzig schwierig für mich auszuhalten und auch nicht ganz stimmig war, dass Eliot teilweise sowohl von seiner Frau, als auch von anderen Charakteren nicht gut bzw. respektlos behandelt wurde. Das ist mir unangenehm aufgestoßen und hatte in der Geschichte für mein Empfinden eigentlich keinen angemessenen Platz.
Eliot ist mir als Charakter sehr sympathisch und angenehm, ich schätze seinen absoluten Großmut, ich hätte ihn nur manchmal gerne dazu gebracht, mehr für sich einzustehen und Dinge nicht so passiv hinzunehmen. Claire dagegen wirkt auf mich oft sehr egoistisch und fordernd, wobei ich es andererseits bewundernswert finde, wie sehr sie für ihre Bedürfnisse und Wünsche einsteht. Zudem gibt es für mich Inhalte, die zu sehr oberflächlich bleiben und denen die Aufarbeitung in der Geschichte fehlt. Doch im Großen und Ganzen bin ich sehr begeistert von der Tiefe, der Ehrlichkeit und der schmerzhaften Authentizität der Geschichte. Der Autorin ist es gelungen den Rahmen so zu stecken, dass die Situation ins echte Leben eingebettet scheint und trotzdem erfahrbar wird, wie eng sich das Erleben rund um den Tod eines nahen Menschen zusammen zieht. Vor allem in dieser Hinsicht finde ich es wunderbar, dass wir das Geschehen hauptsächlich aus den Erfahrungen von Eliot heraus erleben. Dies ermöglicht ganz besondere Einblicke und ein intensives Einfühlen.
Das Ende der Geschichte kam mir leider zu plötzlich und ich hätte mir eine intensivere Ausleitung des Geschehens gewünscht, doch trotz der erwähnten Kritikpunkte möchte ich diesem Buch 4 Sterne verleihen, da ich es sehr gerne gelesen habe. Ann Packer traut sich an ein sehr schwieriges, aber so wertvolles und universelles Thema heran und hat dieses in weiten Teilen wunderbar umgesetzt, weshalb ich „Ein unerhörter Wunsch“ gerne all jenen LeserInnen empfehle, die sich an das Thema heran trauen – ich wünsche euch eine anregende und bewegende Lesezeit!