Liebe bedeutet Vertrauen
Der Roman ist kein Wohlfühlroman, sondern eine berührende, manchmal leise, manchmal traurige Geschichte über Claire, die sich im Endstadium ihrer Krebserkrankung befindet. Wie ihre letzte gemeinsame Zeit aussehen soll, und wo und mit wem sie diese verbringen möchte, darum dreht sich die Geschichte. Es geht auch um Missverständnisse und verletzte Gefühle. Claires langjähriger Ehemann geht automatisch davon aus, dass die letzten Monate ihm und der Familie gehören werden. Claire und ihre Freundinnen Holly und Michelle sehen dies anders und so äußert Claire den Wunsch, dass Eliot das Haus verlässt und sie „Todeswellness“ mit ihren Freundinnen verbringt. Für Eliot zuerst eine Zumutung, aber mit der Zeit bemerkt man auch, dass er in der gewonnenen Freizeit sich die Zeit nehmen kann, um darüber nachzudenken, wie er sein zukünftiges Leben, das schon bald ohne Claire sein wird, verbringen möchte, was ihm wichtig ist, trotzdem hat er immer ein ungutes Gefühl, wenn er nicht an Claires Seite ist. Ich finde, dass gerade diese Ambivalenz an Gefühlen und Handlungen die Spannung im Roman ausmachen. In manchen Dingen sind sich Claires Freundinnen und Eliot auch einig, in anderen haben sie unterschiedliche Zugänge. Claire ist es wichtig, so selbstbestimmt wie möglich zu handeln, Eliot ist häufig übervorsichtig, manchmal schon bevormundend, ihre Freundinnen sind spontan und manchmal auch überfordert. Generell wird das Thema Sterben und der Umgang mit einer sterbenden Person auf ehrliche, emotionale und einfühlsame Weise behandelt. Es wird aber auch nicht überdramatisiert. Bei Claire hatte ich oft das Gefühl, dass sie einen Schutzpanzer um sich aufgebaut hat, und vor Eliot nicht immer ihre wahren Gefühle zulässt, sondern abblockt. Wahre Liebe bedeutet Vertrauen wird am Ende mehrmals verdeutlicht, auch wenn es schwer ist loszulassen und Wünsche zu akzeptieren, die man selbst nicht so nachvollziehen kann.