Mit wem wir den Weg gehen

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Das Sterben ist ein langer, schwieriger Prozess. Selbst Menschen, die ohne schwere Krankheit gehen, kämpfen mit ihrem Körper. Die Protagonistin Claire erhält die Diagnose Brustkrebs und ihre verbleibende Zeit ist begrenzt. Doch was hilft Betroffenen in dieser letzten Lebensphase? Was brauchen Erkrankte und pflegende Angehörige, um einen würdigen Abschied finden zu können?

Mit diesen ernsten und wichtigen Fragen beschäftigt sich Ein unerhörter Wunsch. Claire möchte ihre letzten Wochen nicht mit ihrem langjährigen Partner und Ehemann verbringen, sondern mit ihren beiden besten Freundinnen. Zunächst ging ich davon aus, dass die Geschichte aus Claires Sicht erzählt wird. Tatsächlich steht jedoch ihr Ehemann Eliot im Mittelpunkt. Vorübergehend zieht er in die Wohnung einer der Freundinnen und erlebt, wie er gerade in dieser entscheidenden Zeit scheinbar nicht willkommen ist.

Der Roman beschäftigt sich daher nur teilweise mit Claires Erkrankung. Im Vordergrund stehen vielmehr die Unsicherheiten einer sterbenden Person und die Last, die auf den Schultern der Pflegenden liegt. Genau diesen Aspekt hat die Autorin sehr gelungen umgesetzt. Auf ruhige und unspektakuläre Weise vermittelt sie Frustration, Verständnis und Hilflosigkeit. Sie zeigt, was eine dauerhafte Extrembelastung mit Menschen macht und welche Leere entstehen kann, wenn diese plötzlich wegfällt. Ebenso beschreibt sie den Druck von Familie und Freunden, die alle das Beste für die sterbende Person wollen. Doch sollte nicht genau diese Person selbst am besten wissen, was sie braucht?

Primär verfolgen wir Eliots Gedanken, zwischendurch gibt es jedoch kurze Gespräche zwischen ihm und Claire. Diese Momente sind besonders eindrücklich. Sie zeigen, wofür Claire noch Kraft aufbringen kann und wie viel Energie jede Entscheidung und jedes Wort kostet. Wie Claire vor ihrer Erkrankung war, erfahren wir kaum. Dafür arbeitet der Roman umso stärker heraus, wie sehr Krankheit einen Menschen verändern kann.

Insgesamt fehlte mir am Ende etwas Tiefgang in Claires Entscheidung. Dieser Aspekt blieb für meinen Geschmack zu oberflächlich. Die Umsetzung des Themas gefiel mir dennoch gut.